Internationale IT-Fachtagung Koblenz diskutiert Systemintegration der Bundeswehr

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Einsatzorientierte IT-Systeme müssen künftig  noch stärker den Spagat zwischen Zuverlässigkeit und einfacher Nutzung bei gleichzeitig immer komplexer aufgebauten Architekturen meistern. Das ist das Ergebnis der Koblenzer Fachtagung Informationstechnik vom Donnerstag, 1. September 2011. Das Afghanistan Mission Network zeigt diesen Trend deutlich.

Mit  dem Schwerpunktthema „Systemintegration – Motor für die Vernetzte  Operationsführung“ haben der gemeinnützige Verein AFCEA Bonn e.V. und das IT-AmtBw die Reihe der gemeinsamen „Koblenzer Fachtagungen“ auch 2011 erfolgreich fortgesetzt. Die Veranstaltung unter der Schirmherrschaft des Oberbürgermeisters der „IT-Stadt“ Koblenz, Prof. Dr. Joachim Hofmann-Göttig, brachte  erneut   über 400 Besucher aus Bundeswehr und Wirtschaft mit internationalen Experten in der Falckensteinkaserne zusammen. Generalleutnant Carl-Hubertus von Butler, Befehlshaber  des Heeresführungskommandos, betonte in seinem Grußwort die Bedeutung  der Fachtagung.

Sie sei eine „hochkarätige Veranstaltung“, weil  sie zeige, was bei vernetzter Operationsführung bereits erreicht worden sei, aber auch, was noch „vor uns“ liege. Generalmajor   Erich  Staudacher,   Vorsitzender von  AFCEA Bonn  e.V., ergänzte  diese Aussage und  stellte  fest,  dass es notwendig  sei, über  den eigenen  Zaun zu schauen, denn Systemintegration werde die Bundeswehr auch in den kommenden   Jahren  begleiten.  „Es  ist   wichtig,  so viele  Perspektiven  wie  möglich zusammenzubringen“,   bestätigte   auch   Air   Vice-Marshal Steve  J.  Hillier   vom  britischen   Verteidigungsministerium. Aus diesem Grund stellten  der Banken-Systemintegrator FIS Cordoba und die ING DiBa beispielhaft die Herausforderungen und Lösungen der Bankenbranche mit ihren IT-Systemen zum Vergleich vor.

afcea2Unterschiedliche Forderungen treffen aufeinander
Für die Einsatz-IT trafen  in diesem Jahr sehr unterschiedliche Forderungen aufeinander. Generalmajor  Wolf-Dietrich Kriesel, Stellvertreter des Befehlshabers des Einsatzführungskommandos der Bundeswehr,  forderte bei  sämtlichen  Lösungen für den Einsatz, stärker an den Nutzer und Menschen zu denken.

„IT-Lösungen werden  im Einsatz weder von „Nobelpreisträgern noch von IT-Nerds“ bedient“, stellte er fest. Zu den Qualitätsmerkmalen einer gelungenen Systemintegration gehörten nach seiner Auffassung  die intuitive und einfache Bedienbarkeit, eine schnelle und verlässliche Verfügbarkeit sowie ein rascher Austausch im Schadensfalle.

Dies bestätigte auch Generalleutnant Dieter Naskrent, Kommandeur Kommando Operative Führung Luftstreitkräfte. Er forderte einen zuverlässigen Kommunikationsverbund für vernetzte  und eingestufte  Informationen sowie einen medienbruchfreien Wechsel zwischen unterschiedlich  eingestuften Informationen.   „IT  muss die  Lösung sein und darf nicht zum Problem werden. Gemeinsame Schnittstellen  und Standards – aber  auch eine  einheitliche Begriffswelt müssen dafür geschaffen werden“, ergänzte der General.

Geschwindigkeit und Gleichzeitigkeit bestimmen die Anforderungen
Deutlich wurde in den verschiedenen Beiträgen,  dass viele Einsatzszenarien immer    stärker    von   Geschwindigkeit und Gleichzeitigkeit getrieben werden. Durch das Ziel, schneller als der Gegner sein zu wollen,  müssten die Führungsinformationssysteme dabei unterstützen, die Zeit zwischen Aufklärung, Entscheidung  und Wirkung zu verkürzen.  Nach General  Naskrent  reduziere  sich dieser Prozess mittlerweile fast bis zur Gleichzeitigkeit.

Ein Ende dieser Beschleunigung sei derzeit noch nicht absehbar, stellte Kevin Cogan, Colonel US. Army (ret), Cyber Project Manager  am Center for Strategic  Leadership  des US Army  War  College,  fest.  Viele technischen Trends entwickelten sich nach wie vor exponentiell, etwa  bei Prozessorleistung, Bandbreite  oder neuen IT-Produkten. Ziel müsse daher Automatisierung überall in der Informationsverarbeitung sein, um – wo nötig  – für menschliche Entscheidungen etwas Zeit zu gewinnen. Die Herausforderung sei dabei, am Ende die „richtigen Informationen“ herauszufiltern.

Lösungsansätze beim Afghanistan Mission Network
Ein Beispiel, wie diese Forderungen  umgesetzt  werden können,  ist  das Afghanistan Mission  Network (AMN).  Die dort  erarbeiteten Standards könnten jetzt  auch für  künftige Lösungen dienen.  „Die  NATO macht  sich bereits  Gedanken zu einem Future Mission Network“, wie Major  General (ret) Georges D’hollander, General Manager  NATO C3 Agency, ausführte.  Insgesamt sei bei der Systemintegration und  der vernetzten Operationsführung vieles erreicht  worden,  und es gebe viele Fortschritte,  fasste der AFCEA-Vorsitzende, Generalmajor  Staudacher, die Fachtagung zusammen. „Doch wir können vieles besser machen“,  schloss er.

Die Besucher der Fachtagung  konnten in diesem Jahr modernste  Informationsund  Kommunikationssysteme der Bundeswehr selbst in Augenschein nehmen. In einer Leistungsschau stellte  das Führungsunterstützungsbataillon 283 aus Lahnstein  taktisch-operative IT-Systeme vor,  die  heute  die Führungsunterstützung im Einsatz sicherstellen.
 
14.000 Euro für herausragende Studienarbeiten
Erneut wurde im Rahmen der Koblenzer Fachtagung der AFCEA Bonn – Studienpreis vergeben, der in seinem vierten  Jahr mit 14.000 Euro ausgelobt wurde. Die beiden ersten Preise vergab die unabhängige Jury an eine von der Universität  Bonn eingereichte Diplomarbeit sowie eine von der Hochschule BonnRhein-Sieg eingereichte Masterarbeit. Weitere  Bestpreise gingen  an sieben junge Akademiker aus dem Raum Koblenz – Bonn, darunter auch einen Mitarbeiter des IT-AmtBw. Jährlich werden herausragende Diplomund Masterarbeiten in angewandter Informatik, Nachrichtenoder Automatisierungstechnik   ausgezeichnet   und  der  Öffentlichkeit  vorgestellt. Darüber hinaus soll ein Beitrag zum Wissenstransfer von den Universitäten  und  Fachhochschulen  in  den  Wissenschaftsregionen  Bonn und  Koblenz  in  die  Bereiche Technik, Wirtschaft und Gesellschaft geleistet werden. Da der Verein einen wesentlichen  thematischen  Fokus im Bereich der Verteidigung und Sicherheit hat, wurden in den Wettbewerb auch die beiden Universitäten der Bundeswehr in Hamburg und München einbezogen.

Die nächste Fachtagung  für  Informationstechnik findet  am 30. August 2012 in Koblenz statt.
Nähere Informationen finden  Sie unter www.afcea.de

Text: AFCEA Bonn
Fotos: IT-AmtBw, LSC

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