sani1 Ein Tag mit Rettungsassistent Hauptfeldwebel Raik Müller vom Bundeswehr-Krankenhaus Berlin

Das Bundeswehr-Krankenhaus Berlin ist Teil des Rettungsdienstes Berlin und beteiligt sich mit dem Betrieb des Notarztwagens sowie des Rettungswagens. Beide Rettungsmittel sind rund um die Uhr besetzt und seit ihrer Indienstnahme in 1996 feste Bestandteile der Berliner Notfallrettung. Träger des Rettungsdienstes ist die Berliner Feuerwehr. Die Zusammenarbeit der Berliner Feuerwehr mit dem Bundeswehr-Kranken geht allerdings über die Teilnahme am Rettungsdienst hinaus, so wurden unter anderem gemeinsame Projekte im Bereich des medizinischen ABCSchutzes, der technischen Rettung sowie der Gestaltung neuer Dokumentationssysteme gemeinsam bearbeitet und voran gebracht.

Rund um die Uhr im Einsatz
Es ist 00.55 Uhr. Ein kreischendes Piepen durchbricht die Ruhe, drei Personen in neonroter Kleidung  schrecken auf. In den Pausen zwischen diesem aufdringlichen Piepen hört man das Rattern und Surren eines Druckers. Die Rettungswache des Bundeswehr-Krankenhauses Berlin wurde alarmiert. Rettungsassistent Hauptfeldwebel Raik Müller (36), eine Notärztin sowie eine Assistenzärztin springen auf und eilen zum Notarzteinsatzfahrzeug (NEF). Es dauert  keine Minute, bis die drei im Fahrzeug sind und der Motor gestartet sowie das Blaulicht  eingeschaltet  ist. Einzig das Rolltor  der Rettungswache ist noch nicht ganz hochgefahren. Dann gibt Raik Müller Gas. Durch die erstaunlich vollen nächtlichen Berliner Straßen brauchen wir fünf bis sieben Minuten bis zum Einsatzort.
 
Berufung zum Rettungsassistenten
Hauptfeldwebel Raik Müller  ist seit 2008 im Rettungsdienst des Berliner Bundeswehr-Krankenhauses aktiv. Er war von 2003 bis 2004 für ein Jahr am Stück als Rettungsassistent in Kabul (Afghanistan) eingesetzt und hat dort viel gelernt aber auch viel erlebt, was „ich nicht noch einmal haben muss“. Schon während der Schulzeit war er beim Deutschen Roten Kreuz tätig. Er ist über den Grundwehrdienst 1996 zu den Sanitätern der Bundeswehr gekommen und hat sich nach und nach weiterverpflichtet erst als Mannschaftssoldat, dann Unteroffizier, nun Feldwebel und Berufssoldat. Seine Karriere beschreibt er nüchtern als „gewachsene Beziehung, ein Geben und Nehmen, ohne allzu große vielleicht sogar unrealistische Erwartungen.“  Er ist halt ein zurückhaltender Typ, prahlt  nicht mit seinem Können.
Aber bei ihm sitzt jeder Handgriff, er ist hochprofessionell. Man spürt, dass der Job für ihn Berufung ist.
 
sani2Kleiner Unfall, große Wirkung
Auf dem Weg zum Einsatzort wird die Alarmierung ausgewertet. Auf einem Ausdruck und dem Pieper stehen die wesentlichen Informationen: wo, was, wie viele, welche Erkrankung. Eine lebensältere Dame ist im Schlaf beim Umdrehen aus ihrem Bett gefallen und hat nun starke Schmerzen im Beckenbereich. Ihr Betreuer hat die Berliner Feuerwehr alarmiert. Am Einsatzort ist diese bereits eingetroffen. Bis in den fünften Stock eines engen Berliner Altbaus muss die 20kg-Ausrüstung geschafft  werden.

Oben  drängen  sich schon die Einsatzkräfte. Die Notärztin übernimmt die Leitung. Rettungsassistent Raik Müller misst die Vitalfunktionen und den Blutzuckergehalt, legt dann einen Zugang für die Schmerzmedikation. Nun heißt es warten, bis das Schmerzmittel wirkt. Die ältere Dame wirkt ein wenig verwirrt, muss beruhigt werden. Sie entschuldigt sich sogar dafür, dass die Einsatzkräfte wegen ihr so spät in der Nacht ausrücken mussten. Langsam beruhigt sie sich und dämmert ein wenig ein. Der 36 jährige Rettungsassistent flüstert: „Manchmal ist man auch ein Stück weit Sozialarbeiter oder Seelsorger“. In der Zwischenzeit bringen die Feuerwehrmänner eine Vakuummatratze. Vorsichtig wird die Dame umgelagert. Sechs kräftige Feuerwehrmänner tragen die Patientin in der stabilisierenden Vakuummatratze von der obersten Etage bis hinunter zum Rettungswagen. Sie schwitzen. Nun wird klar, warum, für einen scheinbar trivialen Unfall wie diesen, knapp zehn Einsatzkräfte alarmiert wurden.

Die Patientin wird in das nächstgelegene Krankenhaus, das Bundeswehr-Krankenhaus Berlin, gebracht und dort an das Team  der  Notaufnahme  übergeben.
„Natürlich überlegt man was aus den Patienten wird, wie sie gesunden. Aber schon aus Selbstschutz muss ich den Einsatz für mich in dem Moment abschließen, wo der Patient an das Krankenhaus übergeben wird.“ gibt der 36 jährige Rettungsassistent zu.

„Nach dem Einsatz ist vor dem Einsatz“ Nach einer knappen dreiviertel Stunde sind wir zurück auf der Rettungswache.
„Nach dem Einsatz ist vor dem Einsatz“ sagt der Hauptfeldwebel und füllt die verbrauchten Materialien: Kanülen, Infusionen, Schmerzmittel und Medikamente wieder auf. „Alle Geräte, mit denen der Patient in Kontakt gekommen ist, müssen desinfiziert und wieder für den nächsten Einsatz vorbereitet werden“, erläutert der Rettungsassistent und legt los. Nach fünf Minuten meldet Raik Müller der Leitstelle der Berliner Feuerwehr wieder die Einsatzbereitschaft der Rettungswache.

Es ist mittlerweile fast zwei Uhr. Im ersten Stock der Rettungswache riecht es nach Kaffee. Dort befinden sich der Aufenthaltraum und das Büro. Raik Müller setzt sich an den Computer und pflegt noch die elektronische  Dokumentation für die Abrechnung sowie Statistik ein und heftet das Notarztprotokoll ab. Jetzt ist der Einsatz auch administrativ abgeschlossen. Nun kann auch er sich zurücklehnen und auf den nächsten Einsatz warten. Langsam legt sich die Schwere der  Nacht  über  die  Wache bis um kurz vor vier erneut der Alarm schrillt.

Alle schrecken hoch. Müller wirft einen Blick auf den Pieper und den Ausdruck. Das Rolltor fährt hoch, der Motor wird angelassen, das Blaulicht eingeschaltet, los geht’s. Kurz vor dem Einsatzort gibt die Leitstelle Entwarnung, die gemeldete bewusstlose Person ist wieder ansprechbar. Ein Notarzt ist daher nicht mehr erforderlich.

Schichtdienst
„Diese Schicht ist ungewöhnlich ruhig“, versichert   Hauptfeldwebel  Müller:
„Normalerweise kommen wir auf fünf bis sieben Einsätze pro Nacht“. Eine Schicht  der  Rettungswache  dauert zwölf Stunden von 06.00 bis 18.00 Uhr bzw. von 18.00 bis 06.00 Uhr. „In der Regel bin ich aber schon eine halbe Stunde vorher zur Übergabe da, auch um die Kameradschaft zu pflegen“ erklärt der Hauptfeldwebel: „Man kommt ja sonst nicht wirklich dazu“. Nach drei Frühund drei Nachschichten folgen sechs Freischichten. Es ist ein gewöhnungsbedürftiger Arbeitsrhythmus.

Rettungsdienst am Bundeswehrkrankenhaus Berlin
Neben  dem  Notarzteinsatzfahrzeug von  Hauptfeldwebel Müller  betreibt das Bundeswehrkrankhaus noch einen Notarztwagen, sowie sechs Rettungstransportwagen (RTW). „In Deutschland gibt es das Rendezvous-Verfahren. Notarzt und Rettungswagen fahren getrennt zum Einsatzort, damit bei Staus oder Unfällen zumindest einer schnellstmöglich die medizinische Versorgung sicherstellen kann.“ erläutert der Leiter der Notfallmedizin, Flottenarzt Michael Benker.

Am Bundeswehr-Krankenhaus Berlin sind derzeit 21 Rettungsassistenten und 21 Notärzte im Rettungsdienst eingesetzt. Darüber hinaus werden jährlich ca. 170 Rettungsassistenten in Übung gehalten sowie etwa 50 Notärzte ausgebildet. „Mit den knapp 15.500 Einsätzen im Jahr 2010 leistet das BundeswehrKrankenhaus Berlin einen wesentlichen Beitrag  dazu, die Rettungsassistenten und Notärzte der Bundeswehr einsatzfähig zu halten. Es ist eine Win-WinSituation. Wir fahren im Auftrag der Berliner Feuerwehr, können somit unser Personal zum Einsatz bringen und qualitativ hochwertig ausbilden“ resümiert Flottenarzt Benker.


Autor: Steffen Mäßliß, Kapitänleutnant, SanDstBw Fotos: Florian Westphal, Obermaat, SanDstBW

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