Meckenheim, 24. Januar 2022 –  Bedrohungen in der zunehmend digitalen Welt kommen auch zunehmend aus dem digitalen Raum. Laut einer aktuellen Bitkom-Umfrage fürchten drei Viertel der Deutschen einen Cyberkrieg. Auch vor dem Hintergrund zunehmender hybrider Bedrohungen, spielt der Cyberraum und damit der Einsatz von KI eine immer größere Rolle für die Bundeswehr. Und sie bietet Chancen, etwa durch die Automation von Prozessen oder Analyse großer Datenmengen. Die BWI unterstützt die deutschen Streitkräfte dabei, die Möglichkeiten lernender Algorithmen zu nutzen und sich für Bedrohungen zu rüsten.

„Seit 2018 testet die BWI in zahlreichen Experimenten, welchen konkreten Nutzen künstliche Intelligenz den Streitkräften eröffnet. Die vielversprechendsten Ideen werden umgesetzt. Dabei entstehen häufig wiederverwendbare Funktionen – beispielsweise zur Objekterkennung in Videomaterial oder zur automatischen Verschlagwortung von Textdokumenten. Diese KI-Microservices stellt die BWI der Bundeswehr dann als Bausteine für neue Anwendungen bereit, was deren Entwicklung vereinfacht und beschleunigt“, erklärt Martin Kaloudis, Chief Executive Officer der BWI, in einem heute erschienenen Gastbeitrag für das Handelsblatt-Journal „Future IT“.

Portrait Martin Kaloudis CEO BWI w

Martin Kaloudis, Chief Executive Officer BWI GmbH (Quelle: BWI)

Von Machine-Learning-Systemen bis Computervision

Ein Beispiel ist das BWI-Innovationsexperiment “Mit KI durch Wände sehen“. Dabei wird eine künstliche Intelligenz mit Radar- und dreidimensionalen Lokalisationsdaten gefüttert und so trainiert, dass sie Personen und ihre Bewegungen ohne direkte Sichtverbindung erkennt. Im Häuserkampf oder in der Katastrophenhilfe kann das über Leben und Tod entscheiden. Für das Weltraumlagezentrum der Luftwaffe entstehen derzeit zwei Machine-Learning-Anwendungen unter anderem zur Lagebilderstellung. Zudem entwickelt die BWI das “Krisenvorsorgeinformationssystem Bund“ weiter. Das System soll beteiligte Kräfte ressortübergreifend mit Informationen versorgen, um Maßnahmen im nationalen Risiko- und Krisenmanagement vorbereiten, planen, durchführen und nachbereiten zu können. Die situationsspezifische Darstellung und das Filtern von verfügbaren Daten mithilfe einer KI sind dabei wesentliche Funktionen.

Darüber hinaus sind bereits viele neue KI-Projekte bei der BWI gerade in der Pipeline. Darunter ein Geoinformationssystem, das über hochauflösende Echtzeit-Aufnahmen von Satelliten und Drohnen Grenzverläufe automatisiert überwachbar macht oder im laufenden Einsatz wertvolle Informationen sendet. „Solche Lösungen aus dem Bereich der Computer Vision sind extrem rechenintensiv. Die BWI führt daher in einem Pilotprojekt neuartige KI-Prozessoren ein, die derartige Szenarien überhaupt erst ermöglichen. Die Bundeswehr ist damit die erste Streitkraft Europas, die diese Technologie testet“, so Kaloudis weiter.

Für die Aufgaben von morgen rüsten

KI-Anwendungen liefern militärisch Verantwortlichen im richtigen Moment wichtige Informationen und Empfehlungen, damit diese in kürzester Zeit faktenbasierte Entscheidungen treffen können. „Damit verringern sie das Risiko, dass militärische Informationen unsicher oder lückenhaft sind, weil beispielsweise geographische Informationen über ein Einsatzgebiet fehlen oder veraltet sind“, führt Kaloudis aus. Deshalb arbeitet die BWI arbeitet mit Nachdruck an der KI von morgen, damit die Bundeswehr für ihre Aufgaben in einer zunehmend digitalisierten Welt gerüstet ist.

Mehr dazu unter www.bwi.de