Bad Reichenhall, 02. November 2021 -  Während der bayerische Herbst zu guten Teilen noch 20 Grad aufwies, unterstützte eine Abordnung der Gebirgsjägerbrigade 23 von Mitte September bis Anfang November den Aufbau eines mongolischen Gebirgsjägerbataillons im Raum der Hauptstadt Ulaanbaatar. Auch dort lagen die Temperaturen bei 19 Grad, allerdings zum Teil bereits im Bereich unter 0 Grad. Verbunden mit dem stetig harten Wind, war das für alle Beteiligten der Ausbildung kein Picknick.   

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Mongolische Soldaten werden durch deutsche Gebirgsjäger im Angriff ausgebildet. (Bild: Gebirgsjägerbrigade 23)

Das mobile Trainingsteam der bayerischen Brigade hatte in diesem Herbst viele Herausforderungen zu meistern. Bisher konnte sich die Gebirgsjägerbrigade 23 mit der Aufbauarbeit der mongolischen Gebirgsjägertruppe an eine Einsatzvorausbildung mongolischer Soldaten versorgungstechnisch an die 1. Panzerdivision in Niedersachsen abstützen, die bisher immer zeitgleich vor Ort war. Mit Beginn des Herbstes 2021 mussten die Gebirgsjäger die logistischen Leistungen selber erbringen. Dazu stand vor Beginn der Ausbildung eine Materialübernahme der norddeutschen Truppe an die Bayern an, sowie eine technische Materialprüfung aller Fahrzeuge und weiterem technischen Gerätes. Für das Material, dass nicht für die fortlaufende Gebirgsjägerausbildung benötig wird, musste ein Rücktransport nach Deutschland oder eine Entsorgung in der Mongolei organisiert werden. Das diesjährige dritte Ausbildungsmodul, von insgesamt sechs Ausbildungssequenzen, stand unter dem Fokus einer Gefechts- und Schießausbildung in der Gefechtsart Angriff und dem Fortlauf einer alpinen Ausbildung, bei der seil-technische Rettungsverfahren im Felsgelände vermittelt und geübt wurden.

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Gebirgsjäger unterweisen den mongolischen Staatspräsidenten in die gemeinsame Ausbildung / Mitte: Präsident Khürelsükh, nach rechts folgend der Außenpolitische Berater Odbayar und Verteidigungsminister Saikhanbayar. (Bild: Gebirgsjägerbrigade 23)

Die mongolische Truppe hatte sich gut auf die gemeinsame Ausbildung vorbereitet und konnte daher trotz einer pandemiebedingten Unterbrechung der Ausbildung im Frühjahr dieses Jahres weitgehend nahtlos an die Ausbildung vom Herbst 2020 anschließen. Dazu nutzten sie intensiv auch den im Frühjahr errichteten Klettergarten an ihrem Heimatstandort Sagsai, 1.800 Kilometer westlich von Ulaanbaatar. Oberstleutnant Johannes Schwegler, Ausbildungsleiter des Projektes, der diesen „Bataillons-Klettergarten“ eigenhändig errichtet hat, ist sich sicher, dass das neue Übungsgelände zusammen mit der großen Motivation der jungen mongolischen Gebirgsjäger ein Schlüssel zum Erfolg für die Aufbauarbeit darstellt. Von der Leistungsfähigkeit der mongolischen und deutschen Gebirgsjäger überzeugte sich auch der mongolische Staatpräsident Ukhnaagiin Khürelsükh, der die Truppe am 21. Oktober zusammen mit Verteidigungsminister Gürsedlin Saikhanbayar und einigen hochrangigen Offizieren im Ausbildungsgebiet des Terelj-Nationalparks besuchte.

Quelle PIZ Gebirgsjägerbrigade
Text:    Oberstleutnant Johannes Schwegler
Bilder:  Gebirgsjägerbrigade 23