Berlin, 24. März 2021 – Am 24. März hat der Generalinspekteur der Bundeswehr, General Eberhard Zorn, das Kommando über die Deutsche Marine von Vizeadmiral Andreas Krause an seinen Nachfolger Vizeadmiral Kay-Achim Schönbach übergeben. Die offizielle Zeremonie dafür fand im Berliner Dienstsitz des Bundesministeriums der Verteidigung statt. War ursprünglich eine militärische Veranstaltung mit Paradeaufstellung geplant gewesen, übertrug Generalinspekteur Zorn nur in kleinem Rahmen im Stauffenbergsaal des Ministeriums die Führung der Seestreitkräfte an Schönbach. Nach der militärischen Übergabe verabschiedete Verteidigungsministerin Annegret Kamp-Karrenbauer dessen Vorgänger Krause in den Ruhestand.

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Der neue Inspekteur der Marine, Vizeadmiral Kay-Achim Schönbach (Foto © Bundeswehr/Steve Back)

Kay-Achim Schönbach setzt auf verlässliche Finanzierung
Der neue Inspekteur der Marine freut sich auf seine Amtszeit und sieht sie als Herausforderung. „Ich fühle mich geehrt, und ich bin dankbar für das große Vertrauen, das in mich gesetzt wird“, so Vizeadmiral Schönbach. „Den erfolgreich eingeschlagenen Weg, die Marine umfassend zu modernisieren und aufgabengerecht auszustatten, diesen Weg werde ich weiter beschreiten. Mit verlässlicher und nachhaltiger Finanzierung wird es auch gelingen, die Marine für die Zukunft gut aufzustellen.“

Schönbach war zuvor seit Mai 2018 stellvertretender Abteilungsleiter Strategie und Einsatz im Verteidigungsministerium gewesen. 1965 in Kassel geboren war er 1984 in die Bundeswehr und die Marine eingetreten. In seiner militärischen Karriere hatte er den Weg eines Fregattenfahrers eingeschlagen, war unter anderem Austauschoffizier bei der Königlich Niederländischen Marine gewesen und 2008 bis 2010 Kommandant der Fregatte „Mecklenburg-Vorpommern“ des 2. Fregattengeschwaders. Eine weitere Wegmarke war für ihn, 2016 die Standing NATO Maritime Group 2 für ein halbes Jahr zu führen. Anschließend war Schönbach bis zur Versetzung ins Ministerium, und damit zuletzt direkt bei den Seestreitkräften, Kommandeur der Marineschule Mürwik gewesen.

Sein Vorgänger Krause war seit 28. Oktober 2014 Inspekteur der Marine gewesen. Mit rund sechseinhalb Jahren im Amt hatte er die längste Dienstzeit als Marineinspekteur seit Bestehen der Bundeswehr. „Ich bin überaus dankbar“, resümierte er. „Zum einen, dass die Frauen und Männer der Marine mich unterstützt und getragen haben – Marine ist Teamwork. Zum anderen, dass meine Familie das tapfer ertragen hat, was unser Beruf mit sich bringt.“  

General Zorn dankte dem scheidenden Marineinspekteur: „Für die vergangenen sechseinhalb Jahre sage ich: Bravo Zulu und Dolphin 36! Auf die Marine war unter Ihrer Führung zu jeder Zeit Verlass.“ An den neuen Inspekteur gewandt, wünschte er Vergleichbares. Es sei nun an Schönbach, die Geschicke der Seestreitkräfte zu leiten: „Sie werden sich für den Seeklarstand aller Schiffe und Boote einsetzen und die Flotte durch neue einsatzreife Systeme weiter verjüngen.

Der Marineinspekteur mit der längsten Amtszeit
Krauses Amtszeit war von einem einschneidenden Paradigmenwechsel in der Sicherheits- und Verteidigungspolitik Deutschlands geprägt. Nach 30 Jahren Friedensdividende und Fokussierung auf internationales Krisenmanagement galt es nach 2014 auch für die Marine, den Kurs wieder in Richtung Landes- und Bündnisverteidigung zu ändern.  Heute sind multinationale Einsätze zur Konfliktverhütung, die Ständigen Marineverbände der NATO und die Sicherung der freien Seewege parallele Verpflichtungen der deutschen Seestreitkräfte. „Diese Aufträge muss die Marine gleichzeitig und gleichrangig erfüllen, und das mit der aktuell kleinsten Flotte seit ihrer Gründung“, so Krause. 

Unter seiner Führung gestaltete die Marine die verteidigungspolitischen Trendwenden, die von Regierung und Parlament eingeleitet worden waren. Krause stieß damit den Prozess an, die Marine zu auszustatten, dass sie ihren gewachsenen Aufgaben gerecht werden kann. „Das Verharren in liebgewordenen Prozessen und Strukturen behindert uns nur“, hatte er in diesem Zusammenhang noch unlängst gemahnt.

Quelle Presse- und Informationszentrum Marine