Thun, 25. März 2021 – Die Schweizer-Niederlassung der RUAG Ammotec aus Thun bringt ein neues Scharfschützengewehrkaliber auf den Markt, das trotz eines beachtlichen Leistungszuwachses, im Vergleich zur populären .338 Lapua Magnum, mit den gängigen .338 LM Waffensystemen kompatibel ist und lediglich ein Laufwechsel erforderlich wird. Die .375 SWISS P wird in der Laborierung mit Vollmantelgeschoss bereits ab April und mit Hartkerngeschoss voraussichtlich ab Ende 2021 erhältlich sein.

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Foto © RUAG

Die .375 Swiss P schließt die ballistische Leistungslücke zwischen .338 Lapua Magnum (8,6x70 mm) und .50 Browning Machine Gun (12,7x99 mm). Kenner werden zu Recht anmerken, dass hierfür bereits Kaliber wie beispielsweise die .375 CheyTac (9,5x77 mm) entwickelt wurden. Allerdings hat dieses US-Kaliber nie im großen Stil den Weg nach Europa gefunden. Zudem hat die C.I.P. die Patrone im Vorjahr aus der europäischen Norm herausgenommen, so dass Waffen in diesem Kaliber nicht mehr beschossen werden. Gegenüber der .338 Lapua Magnum (LM) besitzt die .375 Swiss P eine um bis zu 40% höhere Leistung. Das 350 Grain (22,7 Gramm) schwere Vollmantelgeschoss erreicht aus einem 30“/76 cm-Lauf bei einer Mündungsgeschwindigkeit von 865 m/s eine Mündungsenergie von 8.500 Joule im Vergleich zu 6.100 Joule bei der .338 LM. Die .375 Swiss P erfordert lediglich einen Laufwechsel bei .338 LM-Basiswaffen ohne Verschluss- und Magazinaustausch für die Kaliberkonvertierung.

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Die Steigerung der Performance, bei entsprechender Patronendimensionen, wurde durch ein abgestimmtes Hochleistungs-Treibladungsmittel sowie durch die Patronenkontur mit zurückgesetztem Rand („Rebated Rim“) realisiert. Bei diesem Design ist der Hülsendurchmesser oberhalb der Ausziehrille größer als der Hülsenbodendurchmesser, wodurch das Pulverraumvolumen gesteigert wird. Der maximal zulässige Gasdruck beträgt 4.200 bar. Bei einem Geschoss für den Weitdistanzeinsatz ist neben Minimaltoleranzen in der Fertigung sowie eines möglichst aerodynamischen Designs der Spitze auch die Schwerpunktposition entscheidend für Toppräzision. Um den Schwerpunkt des Projektils möglichst weit in Richtung des Hecks zu verlagern, sitzt im neuentwickelten .375 Swiss P-Vollmantelgeschoss eine Metallkugel in der Geschossspitze, die dort ein Leervolumen bildet und zudem eine geringere Dichte als der Kern aus Blei aufweist. Dadurch ist es tatsächlich gelungen, den ballistischen Koeffizienten des Vollmantelgeschosses im Vergleich zu einem klassischen Long Range-Matchgeschoss mit Hohlspitze und Torpedoheck („Hollow Point Boat Tail“) zu verbessern. Die .375 Swiss P besitzt eine Überschall-Einsatzreichweite von über 1.500 Metern und das Vollmantelprojektil produziert auf dieser Distanz mit 1.500 Joule mehr als doppelt so viel Energie wie die .338 LM mit 250 Grains (16,3 Gramm) Vollmantelgeschoss. Auch das .375 Swiss P-Hartkerngeschoss mit einem Kern aus einer Wolframkarbid und Cobalt Legierung sowie geschlossenem Boden und kleiner, offener Hohlspitze überzeugt durch seinen effektiven Aufbau, der auf Maximalpenetration, auch von Hartzielen, ausgelegt ist. Mit dieser Laborierung gelingt es, eine Schutzweste der Klasse SK4 unter Normbedingungen bis auf 600 Meter sicher zu durchschlagen.

RUAG Ammotec hat die neue .375 Swiss P aufgrund von aktuellen Anforderungen aus behördlichen Anwenderkreisen entwickelt. Ein leistungsstarkes Kaliber das Nutzer, bei gleichbleibenden Handhabungseigenschaft, weiterhin mit ihrem gewohnten Waffensystem arbeiten lässt.

Weitere Informationen unter www.swiss-p.com