Berlin, 15. April 2021 – Zum 1. April 2021 wird das Heer einem Teil seiner Ausbildungseinrichtungen den ursprünglichen Namen zurückgeben, aber auch neue Bezeichnungen vergeben. „Die Umbenennungen wirken im Sinne des Traditionserlasses identitätsstiftend und stärken die Bindung an die Truppengattungen des Heeres“, so Generalleutnant Stephan Thomas. Er ist verantwortlich für die Militärische Grundorganisation des Heeres.

 kasernentor munster web

Aus dem in Niedersachsen beheimateten Ausbildungszentrum MUNSTER wird wieder die Panzertruppenschule. Foto © Bundeswehr/FMZ Munster

 Seit Gründung der Bundeswehr haben sich die meisten Namen der Schulungseinrichtungen der Landstreitkräfte etabliert. Sie waren und sind in der Truppe und in der Gesellschaft akzeptiert und im allgemeinen Sprachgebrauch geläufig. Auch eine Reform, die andere offizielle Namen vergab, konnte daran nichts ändern. Denn im Zuge der Neuausrichtung des Heeres nach dem Plan Heer2011 kam es zu einer umfassenden Umgestaltung der Schul- und Ausbildungslandschaft. Dabei wurden auch aufgrund ministerieller Vorgaben einige der historisch gewachsenen Bezeichnungen aufgegeben und an eine neue Nomenklatur angepasst. Die Umgestaltung führte unter anderem zur Zusammenfassung von Truppenschulen zu Ausbildungszentren sowie die Zuordnung von Ausbildungsbereichen, Ausbildungsstützpunkten und Ausbildungs- und Übungszentren.

Bewährte, einfache Namen
Nun erhalten insgesamt zehn Schulungseinrichtungen des Heeres auch offiziell ihren bewährten Namen zurück. Die Umbenennungen folgten dabei den Richtlinien zum Traditionsverständnis und zur Traditionspflege der Bundeswehr. Bemerkenswert sei, dass dabei dem identitätsstiftenden Aspekt der Traditionsnamen bewusst der Vorrang gegenüber einer organisationshierarchisch, durchgängigen Bezeichnungssystematik eingeräumt werde, erklärt der Kommandeur Deutscher Anteil Multinationale Korps und Militärische Grundorganisation.

Keine Rückkehr zu Altstrukturen
Diese Umbenennungen sind Ausdruck eines Rückgriffs auf die Tradition der Truppengattungen des Heeres und zugleich selbsttragend. Sicherlich wird dieser Vorgang auch bei Ehemaligen, Reservisten, in der Bevölkerung sowie im politisch-parlamentarischen Raum Beachtung finden. Die neuen Bezeichnungen sind ausdrücklich keine Rückkehr zu veralteten Strukturen. Die Maßnahmen der Neuausrichtung sowie die haushälterischen und ministeriellen Vorgaben zum effizienten Einsatz von Ressourcen sind weiterhin gültig.

Quelle PIZ Heer