Hannover, 4. März 2021 – MTU Maintenance, weltweit führender Anbieter kundenspezifischer Servicelösungen für Luftfahrtantriebe, ist 2020 „mit einem blauen Auge“ davongekommen. Zwar verzeichnete das Unternehmens bei den eingelasteten Triebwerken einen Rückgang um 18 Prozent. Dank einer mehrgleisigen Aftermarket-Strategie, die auf dem OEM-Geschäft, Joint Ventures mit Fluggesellschaften wie China Southern und einem breiten Portfolio über mehrere Geschäftssegmente hinweg basiert, lag MTU Maintenance damit über den Prognosen für die weltweite Triebwerks-MRO-Branche, die einen Rückgang der Shopvisits um 45 Prozent aufzeigten.

Diese Stabilität resultiert aus dem breit aufgestellten Triebwerksportfolio von MTU Maintenance. Es umfasst insgesamt 30 Triebwerkstypen, darunter das kürzlich aufgenommene LEAP-Triebwerk sowie weitere häufig eingesetzte Triebwerke für Schmalrumpfflugzeuge wie die Triebwerksfamilien CFM56, PW1100G-JM und V2500, die sich nach der Krise wahrscheinlich schneller wieder erholen werden. Darüber hinaus verfügt MTU Maintenance über einen breiten Kundenstamm. Zu diesem zählen unter anderem auch Frachtfluggesellschaften, die ihren Betrieb während der Pandemie ohne Unterbrechungen fortführen konnten, und militärische Kunden wie die US-Luftwaffe am Standort Vancouver in Kanada.

Erfolgreiche Verkaufskampagnen
„Wir konnten sogar Kampagnengewinne in Höhe von 5,5 Mrd. USD verzeichnen – und damit das zweitbeste Ergebnis in der Geschichte von MTU Maintenance“, so Michael Schreyögg, Chief Program Officer bei MTU Aero Engines. „Das beweist, dass die Kunden in kritischen Zeiten Vertrauen in uns, unsere finanzielle Stabilität und unsere intelligenten Lösungen setzen. Unser Triebwerks-Knowhow und unsere Fähigkeit, aus einem Triebwerk bei möglichst geringen Kosten das Beste herauszuholen, ist für Fluggesellschaften und auch Leasingbetreiber äußerst wertvoll – und zwar sowohl jetzt als auch in Zukunft, wenn unsere Branche wieder auf die Beine kommt.“

„Als Kampagnenerfolge sind mehr als 300 neue Triebwerks-MRO-Verträge zu nennen, darunter auch Verträge über einzelne Shopvisits, sowie 56 Neu- oder Bestandskunden, die neue Triebwerkstypen in unsere Werkstätten schicken“, ergänzt Martin Friis-Petersen, Senior Vice President MRO Programs bei MTU Aero Engines. Über ein Drittel dieser Kunden setzen Triebwerke vom Typ CFM56 ein. „Entsprechend sind wir vom Erfolg dieses Programms überzeugt und ergänzen unseren Standort in Berlin sogar um eine CFM56-7B-Linie, um unseren Kunden schnelle Bearbeitungszeiten und höchste Flexibilität bieten zu können.“

Angesichts dieser Lage bleibt MTU Maintenance ihrer organischen Wachstumsstrategie weiterhin verpflichtet und setzt laufende Investitionen fort, darunter die Kapazitätenerhöhung bei EME Aero in Polen, die Standorterweiterungen in Berlin-Brandenburg und Hannover in Deutschland sowie eine neue Niederlassung in Vancouver, Kanada. Außerdem wird in den Bau einer zweiten Niederlassung der MTU Maintenance Zhuhai in China investiert und in einen neuen Reparaturstandort in Serbien.

Anpassung der Leistungen an die Marktbedürfnisse
„Infolge der Krise beobachten wir einen Trend hin zu kleineren und kundenspezifischen Arbeitsumfängen und Vor-Ort-Reparaturen“, erklärt Friis-Petersen. „Unser On-Site-Serviceteam realisierte 25 Prozent mehr Einsätze als wir für das Jahr 2020 erwartet hatten. Das spiegelt nicht nur die Kostenorientierung der Kunden wider, sondern auch den Trend hin zu On-Wing-Reparaturen bei neueren Triebwerken.“ In Anbetracht dieser Entwicklung wird MTU Maintenance im Jahr 2021 in das On-Site-Serviceteam und die On-Site-Kapazitäten investieren.

Darüber hinaus konnte das MTU Maintenance Instandhaltungsteam im Vorjahr 26 Neukunden für spezifische Reparaturleistungen gewinnen. Im Vergleich zum Vorjahr wurden auch 50 Prozent mehr Triebwerke zerlegt. Im Rahmen dieser Zerlegungen werden gebrauchte, wiederverwendbare Materialien gewonnen, was wiederum dazu beiträgt, Instandhaltungskosten für die Kunden in den nächsten Jahren gering zu halten.

Ebenso wird sich das Unternehmen in Zukunft vermehrt auf erweiterte technische und digitale Unterstützung konzentrieren, etwa in den Bereichen Flottenplanung und technisches Asset-Management. Das Leasinggeschäft von MTU Maintenance, MTU Maintenance Lease Services, verzeichnete eine deutlich gestiegene Kundennachfrage nach Unterstützung mit dem technischen Asset-Management für Leasingübergänge und andere Triebwerksereignisse, wie beispielweise Remote-Boroskop-Inspektionen, die 2020 in das Portfolio aufgenommen wurden. Insgesamt verdoppelte sich der Umsatz in diesem Bereich und auch 2021 wird hier der Schwerpunkt liegen.

„Wir glauben an die Luftfahrtindustrie und sind davon überzeugt, dass die Notwendigkeit, der Wunsch und die Freiheit zu Reisen in Zukunft wieder gegeben sein werden“, fasst Schreyögg die Situation zusammen. „Durch unser vielseitiges, flexibles Netzwerk, unsere umfassende Erfahrung und die Fähigkeit, uns dem Markt anzupassen, sind wir jetzt und in Zukunft gut aufgestellt, um unseren Kunden 2021 und darüber hinaus intelligente und maßgeschneiderte Lösungen anzubieten.“

Mehr dazu unter www.mtu.de