Hallbergmoos, 11. Februar 2021 – Verlängerte Einsatzdauerfähigkeit für den deutschen Tornado. Die erste überholte Maschine hob jetzt mit neuen Strukturpaketen zum Abnahmeflug ab: der Tornado der Deutschen Luftwaffe mit dem Taktischen Kennzeichen 43+42 absolviert nach umfangreichen Strukturmaßnahmen am 8. Februar 2021 um 14:45 CET bei Airbus Manching erfolgreich seinen ersten Werksflug. Im Auftrag des Bundesamts für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw) werden derzeit die notwendigen Maßnahmen für eine strukturelle Lebensdauer von bis zu 8000 Flugstunden je Tornado entwickelt und umgesetzt. Dieses German Service Life Enhancement Programm (SLE) ist ein Panavia Vertrag im trinationalen Kontext unter Einbeziehung der beiden System Design Responsibilities Airbus und BAE Systems.

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Foto : c/o pictures: Airbus Defence & Space

Durch die Einrüstung umfangreicher Strukturpakete sowie dank zahlreicher Inspektionsmaßnahmen hat der erste Tornado nach erfolgreichem Testflug am 8.2.2021 bei Airbus Defence and Space Manching eine Lebensdauerverlängerung auf bis zu 8000 Flugstunden erfahren. Dadurch ist die operative Einsatzfähigkeit der deutschen Tornadoflotte auch in Zukunft sichergestellt.

Im Wesentlichen gliedern sich die SLE Entwicklungsarbeiten an den deutschen Tornados in zwei Phasen: In der Designphase werden diejenigen Bereiche definiert, welche mit ursprünglicher Strukturqualifikation nicht die geforderten 8000 FH erreichen. Die Maßnahmenpakete umfassen einen 1:1 Austausch, Modifizierung von Bauteilen oder Maßnahmen zur Steigerung der Werkstofffestigkeit.

In der 2. Phase werden diese Pakete im Rahmen eines Versuchseinbaus eingerüstet. Besonderheit hierbei ist, dass diese tiefgreifenden Maßnahmen schon im ersten Schritt an einem Serienluftfahrzeug durchgeführt wurden, das wieder im Verband eingesetzt werden soll.

Die Trennung des vorderen Rumpfbereiches vom Mittelrumpf ist charakteristisch für die beträchtlichen Modifikationen und ist erforderlich für den Austausch eines Ringspantes, der sonst nicht zugängig wäre. Neben der Trennung der Struktur mussten auch sämtliche Verkabelungen gelöst und, nach erfolgten Inspektionsmaßnahmen, wieder eingesetzt werden.

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Foto : c/o pictures: Airbus Defence & Space

Auch nach mehr als 45 Jahren im Einsatz wird der Tornado weiter auf den neusten Stand der Technik gebracht. Egal ob lebensdauerverlängernden Maßnahmen an seiner Struktur, Updates der Avionik, neue Head-up Displays im Cockpit, modernisierte Luftabwehrsysteme oder die Integration neuer Waffen: Panavia Aircraft GmbH ist damit beauftragt, den Kampfjet auch weiterhin einsatzfähig zu halten. Dazu gehören auch wichtige Neuerungen, die für die Interoperabilität mit anderen Waffensystemen im NATO-Verbund Voraussetzung sind, beispielsweise ein digitales Kommunikationssystem mit verbesserten Kryptographie-Fähigkeiten. Somit ist der Tornado auch für die kommenden Jahre bestens gerüstet und „fit for the future“.

Mehr Informationen unter www.panavia.de