Wunstorf, 29.01.2021 – Start und Landung sind beim Fliegen Schlüsselmomente. Viele Dinge sind dabei für die Piloten zu berücksichtigen. Landungen auf unbefestigten Pisten (unpaved runways) stellen dabei eine besondere Herausforderung für Mensch und Material dar. Nur wenige große Transportflugzeuge sind überhaupt dafür geeignet. Die ersten A400M Piloten der Luftwaffe haben Mitte Januar ihr Training erfolgreich abgeschlossen und sind nun „unpaved runway qualified.“

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Auf dem Platz des dritten Piloten konnte der spanische A400M-Pilot die deutsche Crew optimal unterstützen. Foto ©Luftwaffe

Training vorab im Simulator
Um optimal für die „echten“ Landungen vorbereit zu sein, standen zunächst Trainingsflüge im Simulator an. Sowohl das Starten, als auch das Landen auf dem noch ungewohnten Untergrund wurde geübt. Hier zahlte sich der realitätsgetreue A400M-Simulator des LTG 62 auf dem Fliegerhorst Wunstorf aus. Anders als auf normalen Pisten müssen zusätzliche Dinge beachtet werden, wie die Festigkeit des Untergrundes. Nach jeder Landung, oder jedem Regenschauer kann sich diese verändern. Weiterhin sind – anders als auf normalen Pisten – Starts auf Schotter kritischer, als Landungen darauf.

Kooperation mit der A400M Partnernation Spanien
Der Abschluss des Trainings fand mit „echten“ Landungen auf einer Schotterpiste im spanischen Ablitas statt. Sie liegt in der Nähe von Zaragossa, dem spanischen A400M-Standort. In enger Zusammenarbeit der beiden Nationen wurde das Training vorbereitet und durchgeführt. Hierbei profitierten die deutschen Crews vom vorhandenen Know-how der Spanier und wurden an Bord von einem erfahren A400M-Piloten begleitet.

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Kurz vor der Landung in Ablitas. Foto ©Luftwaffe

Landung mit 110 Tonnen
An zwei Tagen konnte die Schotterpiste für die Ausbildung genutzt werden. Sieben Piloten, vier Technische Ladungsmeister und ein Techniker waren vom Fliegerhorst Wunstorf aus nach Spanien geflogen um ihre Ausbildung abzuschließen. Schon eine Woche früher war der Flug geplant, musste jedoch wegen dem starken Wintereinbruch in Spanien verschoben werden. Diesmal war alles perfekt, sowohl das Wetter, als auch die Landebahn. So konnte der A400M der Luftwaffe, mit einem Landegewicht von 110 Tonnen und einer Geschwindigkeit von circa 220 km/h, sicher bei der ersten echten Ausbildungslandung auf Schotter aufsetzten.

Engine-Running-Checks
Nach einem kurzen Stop mit laufenden Triebwerken folgte ein Check des Flugzeuges durch Piloten und Techniker. „Wir prüfen nach jeder Landung auf Schotter, ob es irgendwelche Beschädigungen gegeben hat. Insbesondere das Fahrwerk und die Reifen schauen wir uns besonders an. Es muss ja alles sicher sein“, erklärt Hauptmann Daniel, einer der Piloten. Danach konnte gleich wieder gestartet werden. Den detaillierten Ablauf hatte die Crew bereits vorher besprochen „Wir werden je Pilot zunächst eine Landung und den folgenden Start durchführen. In der Luft erfolgt dann ein Wechsel. So können wir den Zeitplan optimal nutzen.“, so Daniel. Nach zwei intensiven Tagen konnte die Ausbildung dank spanischer Unter-stützung erfolgreich beendet werden. Die ersten sieben A400M-Piloten des LTG 62 sind nun für die Landung auf unbefestigter Piste qualifiziert.

Quelle PIZ LTG 62