Berlin, 28. Januar 2021 - In diesem Jahr steht das Future Combat Air System (FCAS) vor wichtigen Weichenstellungen. FCAS ist das bedeutendste sicherheits- und verteidigungspolitische Projekt in Deutschland und Europa: Es ist Garant der europäischen Souveränität und unverzichtbar für die Sicherheit und Zukunft Europas und seiner Bürgerinnen und Bürger. Im Rahmen der BDLI-Gesprächsreihe „Aerospace Insights“ diskutierten heute in Berlin sechs führende Persönlichkeiten aus Politik, Luftwaffe und Industrie, die eng mit diesem wegweisenden Zukunftsprojekt befasst sind, über die wichtigsten Herausforderungen und nächsten Schritte der Umsetzung. Aus politischer Sicht stellt FCAS das größte und bedeutendste Sicherheits- und Verteidigungsprojekt der kommenden Jahrzehnte dar.

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Dr. Reinhard Brandl MdB, Mitglied im Verteidigungs- und Haushaltsausschuss, sagt: „Das Future Combat Air System ist nicht eines unter vielen Rüstungsvorhaben der Bundeswehr. Es ist DAS strategische Projekt in Europa zur langfristigen Sicherung unserer Souveränität im Feld der militärischen Luftfahrt. Um es zum Erfolg zu führen, müssen wir das Projekt auch politisch so behandeln.“

Thomas Jarzombek MdB, Koordinator der Bundesregierung für die Deutsche Luft- und Raumfahrt, führt aus: „Das Future Combat Air System FCAS ist ein Schlüsselprojekt für die Zukunft der deutschen Luftfahrtindustrie. Es ist mitentscheidend für die künftige Verteidigungsfähigkeit Deutschlands und seiner europäischen Partner und Beweis der Leistungsfähigkeit der Luftfahrtindustrie in Europa. FCAS leistet außerdem einen wichtigen Beitrag zu einer weiteren Integration im Bereich der europäischen Verteidigung. Es ist sinnvoll und richtig, dass in Europa die Systeme gemeinsam entwickelt werden, anstatt dass es jeder für sich alleine macht. Wir werden genau darauf achten, dass es hier eine Partnerschaft auf Augenhöhe gibt."

Der Inspekteur der Luftwaffe, GenLT Ingo Gerhartz, betont: „Das tri-nationale FCAS-Projekt ist ein starkes europäisches Signal. FCAS bedeutet Zukunft für die Luftwaffe. Mit dem Next Generation Weapon System innerhalb des Future Combat Air Systems werden wir in zukünftigen Szenarios bestehen und unseren Auftrag im Jahr 2040+ verlässlich erfüllen. Uns kommt es darauf an, dass wir Zukunftstechnologien nutzen, um den operationellen Notwendigkeiten der Zukunft gerecht zu werden.“

Die Sicherheit und Souveränität Deutschlands und Europas steht auch industrieseitig ganz oben auf der Agenda. Dazu kommen die Entwicklung von Hochtechnologie, die Stärkung der Zulieferindustrie sowie Abstrahleffekte auf die zivile Luftfahrt und andere Branchen.

„FCAS als wichtigstes europäisches Verteidigungsprojekt steht in diesem Jahr vor entscheidenden Weichenstellungen", sagt BDLI-Präsident Dirk Hoke. „2021 wird es wichtig sein, zügig den Eintritt in die nächste Demonstratoren-Phase 1B zu vollziehen. Zusammen mit unseren europäischen Partnerstaaten arbeiten wir derzeit mit Hochdruck daran, rasch eine bewilligte vertragliche Grundlage für die nächste Etappe zu schaffen. Dies wird es Deutschland, Frankreich und Spanien erlauben, den eingeschlagenen Weg bei diesem Hochtechnologieprogramm Europas konsequent fortzusetzen.“

Michael Schreyögg, BDLI-Vizepräsident Verteidigung & Sicherheit und BDLI-Präsidiumsmitglied unterstreicht: „FCAS ist weit mehr als ein reines Luftverteidigungssystem: Es bietet uns jetzt die große Chance, Europas Eigenständigkeit in Verteidigungsfragen zu untermauern. Damit verbunden sind vor allem auch Aufbau und Stärkung einer echten europäischen Supply Chain für diese Hochtechnologiebereiche. Wie bei vielen Verteidigungsprojekten werden wir auch hier einen dauerhaften Technologietransfer in den zivilen Bereich sehen: Neue Materialien und Verfahren werden Enabler für das klimaneutrale Flugzeug sein und damit für die nächste Generation von Verkehrsflugzeugen.“

Arndt Schoenemann, BDLI-Vizepräsident Ausrüstung und Werkstoffe und BDLI-Präsidiumsmitglied, ergänzt: „FCAS wird Technologiesprünge ermöglichen, die weit über heute bekannten Grenzen der militärischen Luft- und Raumfahrt hinaus gehen werden: FCAS verfügt über enormes Potential für den Innovations- und Industriestandort Deutschland, der nachhaltig in der gesamten Wertschöpfungskette gestärkt wird – einschließlich unserer mittelständisch geprägten Zulieferindustrie, die in der gesamten Bundesrepublik ansässig ist.“

FCAS beinhaltet die Entwicklung eines Kampfflugzeuges der nächsten Generation, unbemannter Plattformen, sog. „Remote Carrier“, und einer „Air Combat Cloud“, mittels der aktuelle und zukünftige Plattformen zu einem „System of Systems“ verschmolzen werden können. Mit seinem breiten technologischen Footprint und der zielgerichteten Weiterentwicklung industrieller Fähigkeiten wird FCAS Europas Wettbewerbsfähigkeit und strategische Autonomie über die kommenden Jahrzehnte stärken.  

 Im Rahmen der Joint Concept Study wird seit 2019 die Konzeption von FCAS vorangetrieben. Anfang 2020 erfolgte mit der Beauftragung der Demonstratorphase 1A der Auftakt für die Technologiedemonstration und -Reifmachung. Den nächsten Meilenstein stellt die Beauftragung der Demonstratorphase 1B dar, in der weitere Vorbereitungen für die Demonstratoren geleistet werden sollen.

Quelle BDLI