Ulaanbaatar / Mongolei Bad Reichenhall, 27. Oktober 2020 – Etwa 25 Soldaten der Gebirgsjägerbrigade 23 befinden sich derzeit in der Mongolei, dem Heimatland des Edelweißes, um die mongolischen Streitkräfte beim Aufbau des mongolischen Gebirgsjägerbataillons 331 zu unterstützen. Vom 5. bis 30. Oktober werden die mongolischen Gebirgsjäger von den „Reichenhaller und Mittenwalder Jagern“ in einer Gefechts- und Schießausbildung an einem Trainingsstützpunkt nahe der Hauptstadt Ulaanbaatar sowie einer ausgelagerten Gebirgsausbildung im TERELJ-Nationalpark nach deutschen Standards und mit der Ausrüstung der Bundeswehr ausgebildet.

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Die Ausbildung im Herbst 2019: „Bau von Seilgeländer“ als wichtige Voraussetzung
für den Kampf im schwierigen Gelände. (Foto: Johannes Schwegler)

Langjährige Partnerschaft
Die Mongolischen Streitkräfte sind seit über zehn Jahren sehr wichtige Partner der Bundeswehr beim Einsatz „Resolute Support“ in Afghanistan. Dort stellen sie das Sicherungselement im Camp der deutschen Streitkräfte. Durch ein „Mobiles Trainingsteam“ der Gebirgsjägerbrigade 23 werden die Männer und Frauen des jungen mongolischen Gebirgsjägerbataillons mittlerweile zwei Mal im Jahr ausgebildet und begleitet, sodass sich diese als eigenständiger Gebirgsjägerverband entwickeln können.

Grundlagen im Gebirge bereits letztes Jahr gelegt
Bereits im Herbst 2019 hat die Gebirgsjägerbrigade 23 Spezialisten in die Mongolei entsendet, um dem neu aufgestellten Bataillon aus der Westmongolei am Fuße des Altaigebirges in die „Bergschuhe“ zu helfen. Im Schwerpunkt standen im letztjährigen Ausbildungsvorhaben gebirgsspezifische Themen. Neben einer Sicherungs- und Kletterausbildung wurden auch erste Themen der Bergrettung, Orientierung und der Bau von Seilversicherungsanlagen gelehrt. Nach diesem ersten erfolgreichen Durchgang im Herbst 2019, fiel das zweite Modul im Frühjahr 2020 pandemiebedingt aus.

Keine einfachen Bedingungen
Unter schwierigen Bedingungen konnte nun die Ausbildung in diesem Oktober wiederaufgenommen werden. Dazu war ein Vorkommando von zehn Gebirgsjägern bereits im August in die Mongolei aufgebrochen, um die Ausbildung vorzubereiten. Vor Aufnahme der Arbeit mussten die deutschen Soldaten zunächst eine sehr restriktive, Quarantäne von 21 Tagen absolvieren.

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Zwei mongolische Gebirgsjäger üben das Bergauf-Schießen unter Anleitung eines
deutschen Ausbilders am Scharfschützengewehr „Dragunov“. (Foto: Johannes Schwegler)

Die Vorbereitungen des Vorkommandos umfassten das Einrichten eines Ausbildungsklettergartens und mehrerer Ausbildungstouren in dem noch weitgehend „unbefleckten“ Terelj-Nationalpark ca. 50 km östlich der mongolischen Hauptstadt sowie das Vorbereiten einer gebirgsspezifischen Gefechts- und Schießausbildung in den sogenannten „Five Hills“ an einem UN-Ausbildungsstützpunkt, dem Peace Support Operation Training Center.

An der Motivation mangelt es nicht
Über 4 Wochen stehen nun Heeresbergführer, Heereshochgebirgsspezialisten, Soldaten der Hochgebirgsjägerzüge und spezialisierte Schießlehrer an der Seite der jungen mongolischen Gebirgsjäger, die für die Ausbildung auf der Straße 1.700 km bis nach Ulaanbaatar zurücklegten. Die Ausbildung am Heimatstandort des designierten mongolischen Gebirgsbataillons am Fuße des Altai-Gebirges ist aufgrund der infrastrukturellen und sanitätsdienstlichen Rahmenbedingungen derzeit nicht möglich. Dennoch gilt: „Diese jungen Burschen haben Lust ausgebildet zu werden“, weiß Hauptfeldwebel Julian Conrad, der bereits im letzten Jahr als Organisator mit dabei war.

Das Wissen wächst auf beiden Seiten
Die mongolischen Freunde zeigen sich somit insgesamt wissbegierig. Trotz der Sprachbarriere und dem oft umständlichen Übersetzen, schauen sie sich vieles schnell ab. Oberleutnant Christoph Bockmann, Chef der Ausbildung im Terelj-Nationalpark, schätzt an seinen mongolischen Schützlingen besonders die Zähigkeit und die kontrollierte Leichtfüßigkeit im schroffen Gelände. „Man merkt, dass diese jungen Burschen in einem harten Lebensumfeld noch gut zu Fuß aufgewachsen sind“.

Doch die Ausbildung kommt nicht nur den Mongolen zu Gute. Alle Soldaten der Gebirgsjägerbrigade 23 kehren von dieser Ausbildungsunterstützung an „Erfahrung reicher“ zurück, unterstreicht auch der stellvertretende Leiter, Oberstleutnant Lars Kauven: „Unsere Soldaten schießen im gebirgigen Gelände über vier Wochen mit fremden Handwaffen, lernen das Fahren im Gelände, wie es zu Hause niemals möglich wäre. Schulen sich als Ausbilder, schauen sich etwas vom Gegenüber ab und können Routen und Klettergärten anlegen, wie es der Alpenraum nicht mehr erlaubt.“

Hoher Besuch und Ausblick
Aufgrund der erfolgreichen Durchführung der Ausbildung rückte diese Ausbildungsunterstützung auch in den Fokus der politischen und militärischen Führung des Landes. Der Staatspräsident der Mongolei, Chaltmaagiin Battulga, und der Deutsche Botschafter, Jörn Rosenberg, informierten sich am 20. Oktober in Begleitung des Verteidigungsministers der Mongolei sowie zahlreicher Generale über die Ausbildung der mongolischen Gebirgsjäger durch die Kräfte der Gebirgsjägerbrigade 23 „Bayern“.

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Oberleutnant Bockmann zeigt die Vorzüge des Universalen Transportsystems 2000
(Mitte von links: Der Deutsche Botschafter in der Mongolei mit seiner Protokollchefin, der mongolische
Verteidigungsminister und der mongolische Staatspräsident). (Foto: Dagvar Sodbileg)

Noch bis Ende Oktober wird dieses Ausbildungsmodul dauern. Anschließend werden die deutschen Kräfte in die Heimat zurückkehren. Das Ausbildungsprogramm mit den mongolischen Gebirgsjägern soll insgesamt drei Jahre mit je zwei Modulen jährlich - also noch bis ins Jahr 2022 – durchgeführt werden. Wenn möglich, soll diese in der Zukunft, an dem Heimatstandort der mongolischen Gebirgsjäger in die Region Bajan Ulgii stattfinden. Dabei werden vor allem die gefechtsspezifischen Themen, wie der Kampf im schwierigen Gelände weiter an Dominanz gewinnen.

Quelle: Pressestelle Gebirgsjägerbrigade 23