Füssen / Stetten a. k. Markt, März 2020. Noch vor den Einschränkungen durch die Corona-Pandemie, war das Gebirgsversorgungsbataillon 8 auf dem Truppenübungsplatz in Stetten – eine zweiwöchige Ausbildung unter fordernden Rahmenbedingungen und mit facettenreichen Szenarien. Alle Kompanien und Stabsabteilungen des Verbandes waren vom 2. bis 13. März 2020 auf dem Truppenübungsplatz HEUBERG. Die 3. Kompanie des Gebirgsversorgungsbataillons 8 bereitete sich dort im Schwerpunkt auf den bevorstehenden Einsatz in Mali vor. Die 4. Kompanie bildete ihre Soldaten zu Themen der Landes- und Bündnisverteidigung aus und der Bataillonsgefechtsstand wurde durch die Stabsabteilungen sowie der 1. Kompanie aufgebaut und betrieben. Die 2. Kompanie des Bataillons kehrt im Laufe des Aprils aus dem Einsatz in Mali zurück.

Vorbereitung auf die Wüste

Im September 2020 werden die Füssener Soldatinnen und Soldaten der 3. Kompanie wieder in den Einsatz nach Mali gehen. Zuletzt war diese Kompanie vor drei Jahren dort.

Da kam der Übungsplatzaufenthalt gerade richtig: „Einen extremen Rahmen schaffen“ - „Unangenehme Witterungsbedingungen nachahmen“ - „Körperliche Höchstleistungen abverlangen“, das war der Anspruch des Chefs der 3. Kompanie des Gebirgsversorgungsbataillon 8, Major Adden. Daher biwakierten seine Soldaten, neben den täglichen Schießausbildungen, zwei Wochen lang in Zelten, auf engsten Raum, ohne Privatsphäre und bei Regen, Schnee und unangenehmer Kälte. Ein Vorgeschmack auf den bevorstehenden Einsatz.

Zusammenhalt stärken, körperliche Leistung fordern

Als Abwechslung stand am Wochenende bei der 3. Kompanie eine erlebnisorientierte Ausbildung, die Kämpferbahn mit 18 verschiedenen Hürden, auf der Tagesordnung. Die teilweise schwer überwindbaren Hindernisse waren nur im Team machbar.

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Überwinden einer drei Meter hohen Sprungwand
(Foto Gebirgsversorgungsbataillon 8)

Der erste Schritt im Rahmen der Einsatzvorbereitung ist getan. Der Kompaniechef, Major Adden, blickt positiv auf seine Schützlinge: „Kälte und Müdigkeit haben uns hier auf dem Truppenübungsplatz viel abverlangt. Meine Soldatinnen und Soldaten haben einmal mehr unter Beweis gestellt, wie verlässlich sie unter allen Umständen sind.“

Verteidigung unserer Grenzen

Immer mehr im Fokus der Ausbildung steht der Schutz unserer Mitbürgerinnen und Mitbürger. Im Falle eines Angriffes auf die Landes- oder Bündnisgrenzen wissen, was zu tun ist. Dies war der Ausbildungsschwerpunkt der 4. Kompanie auf dem Truppenübungsplatz Heuberg, deren Soldaten im Oktober 2019 aus dem Einsatz in Mali zurückkehrten.

Sichern von Räumen mit ausgebauten Stellungen, die Gruppe in der Verteidigung, das Verhalten bei feindlichen Hinterhalten, Schutz einer Versorgungsbasis - alles Szenarien die einsatznah abgebildet wurden. Junge, teils noch unerfahrene Kameraden konnten sich von Langdienenden professionelle Verhaltensweisen abschauen.

Höhepunkt der Ausbildung war eine 24-Stunden-Übung am Wochenende. Die Soldaten der 4. Kompanie bewiesen ihre Durchhaltefähigkeit einmal mehr. Der Kompaniechef, Major Esser, zieht ein positives Fazit: „Der Ausbildungsstand aller wurde kontinuierlich auf ein höheres Level gebracht. Daran müssen wir in den weiteren Übungen anknüpfen, um im Rahmen der geplanten Brigadeübung BERGLÖWE, in der zweiten Jahreshälfte, bestehen zu können.“

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Soldatinnen und Soldaten beim statischen Nachtschießen auf der Standortschießanlage
(Foto Gebirgsversorgungsbataillon 8)

Der hoch mobile Bataillonsgefechtsstand

Während die Kompanien für die oben genannten, unterschiedlichen Szenarien Ausbildung betrieben, feilten die Stabsabteilungen sowie die 1. Kompanie des Bataillons am schnellen Aufbau und effektiven Betreiben des Bataillonsgefechtsstandes. Von Mal zu Mal ist Besserung in Sicht. Die intensive Übung im Umgang mit den mobilen Arbeitsplätzen zahlt sich aus. Alle Stabsabteilungen erledigten ihre täglichen Aufträge in der Kabine auf dem Fahrzeug. Zuvor wurden diese natürlich noch getarnt. Die Griffe saßen. Die Aufträge und Einteilungen beim Aufbau sind bekannt. Bei einigen Abläufen entwickelte sich Routine. Die Anbindung ans Netz, also Internet und Intranet, gelang mit Hilfe der Unterstützung der 1. Kompanie reibungslos.

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Getarnter Bataillonsgefechtsstand
(Foto Gebirgsversorgungsbataillon 8)

Die Gestaltung der Innenräume gewinnt an Bedeutung. Der Besprechungsraum für Meetings wurde hergerichtet. „Vollkommen ausreichend und zweckmäßig“ meint Oberstleutnant Müller, Kommandeur des Gebirgsversorgungsbataillons 8.

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Ausgestaltung des Besprechungsraumes
(Foto Gebirgsversorgungsbataillon 8)

 Marschausbildung zu den Heimatstandorten

Die Verlegung zu den Heimatstandorten am Ende des fordernden Truppenübungsplatzaufenthaltes findet anhand einer Marschausbildungen statt. Schnelles Auffahren unter Berücksichtigung entsprechender Einteilungen sowie Handlungsweisen bei Zwischenfällen, Fahrzeugausfällen oder auch Unfällen wurden trainiert. Auch das Verhalten als Marschkolonne gegenüber zivilen Verkehrsteilnehmern wurde oftmals angesprochen. So war einigen Kameraden nicht bekannt, dass die Marschkolonne als ein Fahrzeug gilt, obwohl diese aus einer Vielzahl an Fahrzeugen bestehen kann. Solche Informationen werden allen Beteiligten bei der Rückverlegung an die Hand gegeben, sodass auf die letzte Distanz keine Unannehmlichkeiten passieren.

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Marschkolonne kurz vor Abfahrt
(Foto Gebirgsversorgungsbataillon 8)

Beim Resümee zeigt sich Oberstleutnant Müller sehr zufrieden: „Die Ausbildungen der einzelnen Kompanien und des Stabes haben meinen hohen Erwartungen entsprochen. Wir sind auf einem guten Ausbildungsstand und entwickeln uns stetig weiter. Mit Blick auf die an uns gestellten Forderungen dürfen wir jetzt nicht nachlassen. Eine qualitativ hochwertige, aber auch einheitliche Ausbildung innerhalb des Verbandes muss weiterhin auf unserer Agenda stehen.“

Quelle: Gebirgsjägerbrigade 23 „Bayern“
Text: Bundeswehr/Marcel Becker
Bilder: Gebirgsversorgungsbataillon 8