Weilheim, 13. März 2020 – Ende 2019 waren rund 3.200 Soldaten der Bundewehr auf drei Kontinenten im Einsatz. An jedem Ort müssen das logistische Handling und der sachgemäße Transport des Equipments auf den jeweiligen Zweck und das Transportgut zugeschnitten werden. Vor allem Sonderwerkzeuge beispielsweise für Handwaffen, die in Größe und Form nicht der Norm entsprechen, können in der Regel nicht platzsparend und passend konfektioniert transportiert werden. Hinzu kommen klimatische Besonderheiten oder Einschränkungen bei Transportvolumen und -gewicht, die je nach Einsatzort variieren. Darüber hinaus müssen Produkte auf aktuelle gesetzliche Vorgaben besonders in Bezug auf Arbeitsschutz, Ergonomie und Umweltschutz angepasst werden und sollen dem neuesten Stand der Technik entsprechen. Für die spezifischen Einsatzanforderungen von Waffenmechanikern haben die Verpackungs- und Transportspezialisten von ZARGES in Kooperation mit der Bundeswehr einen maßgeschneiderten Transport- und Lagerbehälter entwickelt.

ZARGES CS Bundeswehr Uebersicht web

Die Basis für die neu entwickelte Prüf- und Waffenmechanikerkiste bildete die ZARGES Universalkiste der Baureihe K 470, die modifiziert und mit einem Frontfach und zwei Schubladen versehen wurde. (Foto ©ZARGES)

Im Rahmen zweier Teilprojekte auf Basis einer öffentlichen Ausschreibung wurden ab März 2018 die Grundlagen für den individuellen Transport- und Lagerbehälter geschaffen. Die Herausforderung in der Planungsphase bestand darin, die Sonderwerkzeuge nach Waffengruppen zu sortieren und übersichtlich sowie platzsparend zu verpacken. Neben der Einhaltung der aktuellen Qualitätsstandards war insbesondere eine korrosionsbeständige, leichte und modular erweiterbare Lösung gefragt. Diese sollte bei Bedarf eine kostengünstige Erweiterung nach dem Baukastenprinzip auch während des Herstellungsprozesses sowie in Klein- und Versuchsserien zulassen. „Das Ziel war es, das Arbeiten und den Transport der Sonderwerkzeuge zu vereinheitlichen, zu modernisieren, zu verschlanken und einen standardisierten Transport- und Lagerbehälter einzuführen, der für den Waffenmechaniker und den Waffenprüfer gleichermaßen verwendet werden kann“, sagt Robin Kettel, Technischer Regierungsrat und Projektleiter Maschinengewehre im Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr. Die Basis für die gesuchte Lösung bildete die ZARGES Universalkiste der Baureihe K 470, die modifiziert und mit einem Frontfach und zwei Schubladen versehen wurde, um einen übersichtlichen und schnellen Zugriff auf die Werkzeuge zu gewährleisten.

„Die anwenderspezifische ZARGES Transportkiste löst die Vorgängermodelle ab, die vorwiegend aus Holz und Kunststoff bestanden und mit zusätzlichen Materialien wie Schaumstoff ausgestattet waren. Die Aluminium-Bauweise des neuen Transportbehälters ermöglicht zudem eine höhere Zuladung und eine Aufteilung nach Anwendungsgruppen, Größen und Anforderungen, was die Arbeit effizienter und durch die passende Aufteilung der Sonderwerkzeuge ergonomischer macht. Darüber hinaus kann durch die modulare Konfiguration der Mess- und Prüfmittel dieselbe Grundkonfiguration der Transportkiste für mehrere Anwendungsfälle verwendet werden, was eine Reduzierung und Verschlankung der Produktvielfalt und des logistischen Aufwandes zur Folge hat.“ Die internationalen Einsatzorte des Transport- und Lagerbehälters weisen unterschiedliche klimatische Bedingungen und damit verschiedene Belastungen für das Material auf, die bei der Konstruktion berücksichtigt werden mussten. Weitere entscheidende Punkte waren der zuverlässige Schutz vor äußeren Einwirkungen nach Schutzart IP 65, IP 67 und IP 54 sowie die platzsparende Form, die einfaches Verladen auch auf dem Luftweg ermöglicht.

Nächste Schritte sind bereits in Planung

Nach sorgfältiger Planung und Versuchsreihen konnte die maßgeschneiderte Transportkiste erfolgreich realisiert und im Einsatz erprobt werden. „Wir sind insbesondere von der wirklich guten Zusammenarbeit sowie der enormen Lösungskompetenz begeistert“, resümiert Kettel. „Das ZARGES Team versteht die Thematik und besonderen Herausforderungen der Bundeswehr. Die zielorientierte gemeinsame Arbeit hat dementsprechend zu einem tollen Ergebnis geführt, das sich sehen lassen kann.“ Dies habe sich während des gesamten Projektzeitraums gezeigt. Zudem plane die Bundeswehr weitere Projekte gemeinsam mit ZARGES umzusetzen und individuell angepasste Transport- und Lagerkisten für unterschiedliche Anwendungszwecke, wie beispielsweise Verlege-/Ersatzteilpakte, zu konfigurieren.

ZARGES CS Bundeswehr herkoemmliche Transportboxen web

Die anwenderspezifische ZARGES Transportkiste aus Aluminium löst die Vorgängermodelle ab, die vorwiegend aus Holz und Kunststoff bestanden und mit zusätzlichen Materialien wie Schaumstoff ausgestattet waren. (Foto  ©ZARGES)

„Mit der Sonderanfertigung der Waffenmechanikerkiste für den Einsatz bei der Bundeswehr haben wir einen Meilenstein geschaffen, der unser Portfolio sinnvoll erweitert“, sagt Mareike Bleile, Product Manager Logistics Industry bei ZARGES. Somit reiht sich diese in das bestehende Sortiment unterschiedlicher Gehäuse, Spezialbehälter sowie Kisten und Koffer des Verpackungs- und Transportspezialisten ein. Zusätzlich verfügt ZARGES seit Januar 2020 über eine eigene Schaumfertigung direkt in Weilheim am Fertigungsort der bewährten Transportkisten. „Als Hersteller mit eigener Schaumfertigung bieten wir unseren Kunden weitere Vorteile, wie kürzere Durchlaufzeiten, spezifischeres Fertigungs-Know-how sowie alle relevanten Arbeitsschritte und somit die Komplettlösung aus einer Hand. Wir freuen uns auf die weitere konstruktive Zusammenarbeit und die neuen Herausforderungen, die es zu bewältigen gilt.“

 

Weitere Informationen unter  www.zarges.de