Hammelburg, 21. Januar 2020 – Bei einem zehntägigen Truppenübungsplatzaufenthalt lässt das Gebirgsjägerbataillon 231 seine designierte Kompanie der „enhanced NATO Response Force“ (eNRF), eine NATO-Eingreiftruppe, üben. Das Gebirgsjägerbataillon 231 stellt für die eNRF eine Kompanie, die innerhalb weniger Tage zur Verlegung in den Einsatz bereit sein muss. Für einen der Gebirgsjägerzüge bedeutet das ständige Rufbereitschaft. Auch auf dem Truppenübungsplatz Hammelburg führt die 4. Kompanie das nötige Zusatzmaterial mit, um bei einer echten Alarmierung die gepanzerten Fahrzeuge vom Typ Boxer schnell für den scharfen Schuss umrüsten zu können.

Der Bataillonskommandeur, Oberstleutnant Dennis Jahn, lässt im Übungszentrum Infanterie die 4. Kompanie in der eNRF-Gliederung gegen die 2. Kompanie angreifen. Dabei werden die Kompanien zusätzlich verstärkt vom Gebirgspionierbataillon 8, der Unteroffizierschule des Heeres, dem Wachbataillon aus Berlin sowie Fähigkeiten aus dem eigenen Bataillon wie dem Waffenträger Wiesel mit Maschinenkanone und Panzerabwehrlenkflugkörper TOW. Insbesondere der Wiesel mit Maschinenkanone hat sich dabei durch seine hohe Mobilität und Feuerkraft erneut für den Angriff im Wald bewährt.

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Gebirgsjägerzugführer mit seinem Nahsicherer (Foto: ©Bundeswehr/Oberleutnant Andreas Gruber, Presseoffizier Gebirgsjägerbataillon 231)

In Kurzübung wird Routine geübt
Der echte „Schneesturm“ bleibt den Reichenhaller Jagern bei der gleichnamigen Übung erspart, aber kalt und nass ist es trotzdem auf dem Truppenübungsplatz Hammelburg. Die Soldaten der 4. Kompanie kämpfen sich durch abschüssiges Gelände und versuchen dabei, auf keine laut knackenden Äste im Laub zu steigen. Als der erste Schuss bricht geht alles sehr schnell, ringsum herrscht Bewegung. Trotzdem bleibt der Zugführer konzentriert und lässt keine Hektik aufkommen. Nach wenigen Minuten ist der Feind zerschlagen. In diesen Kurzübungen greift die Kompanie in verschiedenen Szenarien an und erzeugt so Routine. Für ihren speziellen Auftrag müssen die Soldaten gut aufeinander eingespielt sein.

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Das Bataillon setzt 37 Fahrzeuge in der Übung ein. (Foto: ©Bundeswehr/Oberleutnant Andreas Gruber, Presseoffizier Gebirgsjägerbataillon 231)

 Gebirgsjäger zeigen Durchhaltefähigkeit
In der Kurzübung trafen die Angreifer nur auf einen unterlegenen Feind. Auch die Verteidiger üben verschiedene Einsatzverfahren als Kurzübung. Am Abend gibt es noch einmal für beide Seiten eine Übungsunterbrechung bevor es in die mehrtägig durchlaufende Übung geht. Die angreifende 4. Kompanie hat dabei einen schwierigen Auftrag, denn die Hauptkräfte der Verteidiger haben ein mit Kampfgräben ausgebautes Stellungssystem bezogen. Bis alle Stellungen genommen und die feindlichen Kräfte zerschlagen sind, folgen noch mehrere lange Gefechte. Die Gebirgsjäger haben daher in dem mehrtägigen Übungsszenario auch ihre psychische und physische Durchhaltefähigkeit unter Beweis stellen müssen.

                                                  

Text: Oberleutnant Andreas Gruber, Presseoffizier Gebirgsjägerbataillon 231

Bilder: Oberleutnant Andreas Gruber, Presseoffizier Gebirgsjägerbataillon 231

Quelle: Gebirgsjägerbrigade 23 "BAYERN" Pressestelle