Paris, 9. September 2019 – Airbus und Telespazio (Leonardo/Thales) haben die Gründung einer Kooperation zum Angebot von militärischen Telekommunikationsdiensten über Syracuse-IV-Satelliten bekannt gegeben. Durch die Kooperation entsteht der führende französische Betreiber auf diesem Feld.

Der Zusammenschluss zeigt den starken Wunsch nach Kooperation auf diesem Gebiet zwischen den führenden europäischen Industrieunternehmen Airbus, Thales und Leonardo sowie dem französischen Staat. Die Partner legen dabei besonderen Fokus auf die Kommerzialisierung der Syracuse-IV-Satellitenkapazitäten zum Nutzen der Streitkräfte und der Sicherheit in Europa und weltweit.

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Bildrechte: Getty Images/iStockphoto // ©Mirexon

Die französische Beschaffungsbehörde DGA (Direction Générale de l'Armement), Airbus, Thales Alenia Space und Telespazio haben dafür eine innovative Finanzierungsinitiative entwickelt, die es erlaubt, überschüssige Satellitenkapazitäten an Drittkunden zu verkaufen, und so die Total Cost of Ownership des Syracuse-IV-Systems zu reduzieren. Durch diese Kaufverträge mit einer geplanten Laufzeit von zehn Jahren kann verbündeten Ländern oder Unternehmen ein einfacher, flexibler und reaktiver Zugang zu einer strategischen Ressource gewährt werden. Damit baut Frankreich die internationale Zusammenarbeit im Bereich Verteidigung und Sicherheit aus.

Über Airbus und Telespazio kann das Gemeinschaftsunternehmen Syracuse-IV-Satellitenkapazitäten sowie verschiedene Services mit hohem Mehrwert vertreiben, wie z. B. Ankertechnik (Anbindung der Kommunikation über Satellit an die Bodennetze der Drittkunden), End-to-End-Dienste mit garantierter Kapazität und Übertragungsgeschwindigkeit sowie Engineering- und Wartungsleistungen.

Diese Services werden in einem ausgedehnten Gebiet, das von Französisch-Guayana bis zur Straße von Malakka reicht, für land-, see- und luftgestützte Nutzung verfügbar sein. Verbündete Länder können so auf Kommunikationskapazitäten im X-Frequenzband, im militärischen Ka-Band und im dualen X-/Ka-Band-Modus zugreifen. Dadurch ergibt sich eine einzigartige Flexibilität – und das bei höchsten NATO-Standards für Schutz und Härtung. Die Einsatzkräfte vor Ort können über rein IP-basierte (Internet Protocol) Kommunikation Videos, Sprachnachrichten und Daten mit Übertragungsgeschwindigkeiten von bis zu mehreren Hundert Mbit/s austauschen.

„Airbus setzt damit seine einzigartige Erfahrung im Bereich Satellitendienste zum Nutzen der Streitkräfte ein und verstärkt sein Angebot mit einem System, das mit modernsten weltraum- und bodengestützten Telekommunikationstechnologien ausgestattet ist“, erklärt Eric Soulères, Head of Engineering Communications, Intelligence Engineering & Security bei Airbus Defence and Space.

„Telespazio kann sich mit seiner Erfahrung in diesem Bereich erneut als bewährter Betreiber der französischen Satelliten für militärische Telekommunikation beweisen und an einer innovativen Operation mitwirken, mit der das Unternehmen sein Serviceangebot für staatliche Auftraggeber um enorm wichtige Fähigkeiten erweitern wird“, so Jean-Marc Gardin, CEO von Telespazio France und Vice-President von Groupe Telespazio.

Syracuse IV ist ein Telekommunikationssystem, das die beiden Militärsatelliten Syracuse 4A und 4B sowie Bodenstationen umfasst, die die Kommunikation in den Einsatzgebieten und mit dem Heimatland gewährleisten. Die beiden geostationären Satelliten der 3,5-Tonnen-Klasse mit Elektroantrieb werden von einem Zusammenschluss der Unternehmen Thales Alenia Space und Airbus gebaut und sollen ab 2022 starten. Gegen 2030 wird ein dritter Satellit hinzukommen, um dem wachsenden Bedarf, insbesondere bei den Luftfahrzeugen gerecht zu werden (Flugzeuge, Drohnen). Diese Satelliten der neuen Generation werden als Erste eine völlig flexible Neukonfigurierung der Nutzlast im militärischen X- und Ka-Band ermöglichen und sollen mit Schutz- und Härtungsmitteln gegen Cyberbedrohungen, Störsignale, Abfangen und elektromagnetische Impulse ausgestattet sein.

Weitere Informationen unter: www.airbus.com und www.telespazio.com