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Abschied von General Egon Ramms – Commander Allied Joint Force Command Brunssum

Das NATO-Hauptquatier Allied Joint Force Command Brunssum hatte am 29.
September 2010 den deutschen General Egon Ramms in Anwesenheit vom
Supreme Allied Commander Europe (SACEUR), Admiral James Stavridis, und zahlreichen deutschen und internationalen Gästen und Weggefährten in einer „Change
of Command“ Zeremonie aus seinem Amt als Befehlshaber JFC Brunssum verabschiedet
und das Kommando an den Nachfolger General Wolf-Dieter Langheld
übergeben. General Ramms führte diese seine letzte militärische Verwendung seit
dem 26. Januar 2007 aus. Er hatte sich in diesem Amt auch auf der internationalen
Bühne großen Respekt und Anerkennung erworben, aber es gab auch Kritiker,
denen manchmal seine direkten und offenen Worte nicht nur genehm waren.
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General Egon Ramms erhält aus der Hand
des afghanischen Botschafters in Belgien einen Orden
von Präsident Hamid Karzai.


General Egon Ramms – 42 Jahre im Dienst des Friedens

General Ramms trat am 1. Oktober 1968 als Offizieranwärter und Soldat auf Zeit 3
in den Dienst der Bundeswehr. Er diente zuerst beim Instandsetzungbataillon
470 in Unna. Von 1968 bis 1971 erfolgte dann seine Offizierausbildung in Aachen
und Hannover. 1971 begann er ein Studium in Darmstadt, welches er 1975
als Diplom-Ingenieur für Maschinenbau mit Spezialisierung Automotoren- und
Panzerbau abschloss. Danach war er von 1975 an als Instandsetzungsoffizier
in der Instandsetzungskompanie 70 in Stade eingesetzt. Im selben Jahr wurde
er zum Hauptmann befördert und zum Kompaniechef dieser seiner Kompanie
ernannt. In dieser Verwendung verblieb er bis 1978. Von 1978 bis 1980 versah
Ramms als Instandsetzungsoffizier in der Stabsabteilung G4 der 3. Panzerdivision
in Buxtehude seinen Dienst. Von 1980 bis 1982 absolvierte er den Generalstabslehrgang
an der Führungsakademie der Bundeswehr in Hamburg.

Mit der Beförderung zum Major wurde er als Einsatzoffizier für die nächsten
zwei Jahre zur 6. Panzergrenadierdivision in Neumünster versetzt. Beginnend im
Jahr 1984 wurde er als Stabschef und G3 der Heimatschutzbrigade 51 in Eutin
verwendet. Von 1986 bis 1988 war er im Dienstgrad als Referent für Rüstungskontrolle
und Abrüstung im Führungsstab der Streitkräfte (Fü S III 5) im
Bundesministerium der Verteidigung in Bonn eingesetzt. 1988 übernahm er
dann für zwei Jahre, mit dem Instandsetzungsbataillon 120 in Rheine, wieder
ein Truppenkommando. 1990 kehrte er nach Bonn ins Verteidigungsministerium
zurück und diente dort unter Beförderung zum Oberst als Referatsleiter I 7 im
Führungsstab des Heeres (Fü H I 7). Von 1990 bis 1992 war er dann als Referent
im Büro des Staatssekretärs für Rüstung eingesetzt. In dieser Verwendung war
er für die Rüstung und die Logistik des Heeres und der Luftwaffe verantwortlich.
Danach diente er von 1992 bis 1994 unter Staatssekretär Jörg Schönbohm
und wurde zum Direktor für Rüstungsfragen bestimmt, von 1994 bis 1996 eine
weitere Verwendung im Führungsstab des Heeres.

Im Jahr 1996 übernahm Ramms unter Beförderung zum Brigadegeneral für
zweieinhalb Jahre das Kommando über die Logistikbrigade 1 in Lingen (Ems),
um 1998 wieder eine Stabsstelle anzutreten, diesmal als stellvertretender
Stabsabteilungsleiter für Logistik, Infrastruktur und Umweltschutz im
Führungsstab der Streitkräfte (Fü S V). Von 2000 bis 2004 wurde dem Generalmajor
Ramms schließlich der Posten des Chefs des Stabes des Führungsstabs der
Streitkräfte übertragen. Am 18. Februar 2004 übernahm Generalleutnant Ramms
in Stettin das Kommando über das Multinationale Korps Nordost der
NATO. Am 15. Dezember 2006 wurde er in die Niederlande versetzt, wo er
am 26. Januar 2007 das Kommando über das Allied Joint Force Command
Brunssum (CJFCB) der NATO übernahm. In dieser Position unterstand Ramms
dem damaligen NATO-Oberbefehlshaber Europa Bantz J. Craddock,
und war wiederum Vorgesetzter des US-Generals und ISAF-Befehlshabers
David D. McKiernan.

General Egon Ramms übergab am 29. September 2010 das Kommando in
Brunssum an General Wolf-Dieter Langheld und trat mit Wirkung zum 30. September
2010 in den Ruhestand. NATO-Oberbefehlshaber US-Admiral
James Stavridis lobte in einer sehr positiv betonten Rede „seinen Freund
Egon“ mehrfach und verabschiedete ihn ausgesprochen herzlich.
Egon Ramms ist unter anderem Träger des Verdienstkreuzes am Bande der
Bundesrepublik Deutschland und des Ehrenkreuzes der Bundeswehr in Silber
und Gold sowie des Verdienstordens der Republik Polen (Komtur Klasse).
Im Rahmen der Feierlichkeiten erhielt General Ramms aus den Händen des
Botschafters der Islamischen Republik Afghanistans in Belgien, Seine Exzellenz
Dr. Zia Nezam, eine vom Afghanischen Präsidenten Hamid Karzai verliehene Medaille
„Ghazi Mir Bacha Khan Executive State Medal“ in Anerkennung seiner
Verdienste für das afghanische Volk.

Übergabe der Truppenfahne.
Übergabe der Truppenfahne.

„Der Lotse geht von Bord.“
„Der Lotse geht von Bord.“

General Egon Ramms mit den HHK-Redakteuren Klaus Karteusch (rechts) und Jürgen K.G. Rosenthal (links) anlässlich eines Besuchs im JFC Brunssum.
General Egon Ramms mit den HHK-Redakteuren Klaus Karteusch (rechts) und Jürgen
K.G. Rosenthal (links) anlässlich eines Besuchs im JFC Brunssum.


Großer Zapfenstreich für General Egon Ramms

General Egon Ramms, Befehlshaber Allied Joint Force Command (JFC) Brunssum,
wurde am 30. September dieses Jahres mit einem Großen Zapfenstreich in den
Ruhestand verabschiedet. Auf dem Paradeplatz des Bendlerblocks am zweiten
Dienstsitz des Bundesministeriums der Verteidigung in Berlin verabschiedete
sich die Bundeswehr von dem General mit einem Großen Zapfenstreich zu
seinen Ehren.

Autor: Jürgen K.G. Rosenthal
Fotos: HHK / JRosenthal