Köln, 30. Oktober 2018 - Am 29. Oktober 2018 ist das Institut für den Schutzmaritimer Infrastrukturen des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Bremerhaven eröffnet worden. Vor dem Hintergrund von Energiewende, Digitalisierung, innovativer Mobilität und globaler Vernetzung widmet sich das neue Institut der Aufgabe, die dafür notwendigen Infrastrukturen wie Häfen und Offshore-Windanlagen vor Unfällen, terroristischen oder anderen Angriffen zu schützen. Es ist europaweit das erste seiner Art.

Der Bundesminister für Wirtschaft und Energie, Peter Altmaier, betonte die Bedeutung des Instituts: „Maritime Infrastrukturen sind eine Lebensader des Wirtschaftsstandorts Deutschland. Importe und Exporte finden zu 90 Prozent über See statt. Auch die Energieversorgung aus Offshore-Windparks nimmt zu. Deshalb ist der Schutz von maritimen Infrastrukturen für die Wirtschaft und die Bürgerinnen und Bürger gleichermaßen von hoher Bedeutung. Das neue DLR-Institut wird sich dieser Aufgabe mit geballter Kraft und Kompetenz widmen.“

Das neue Institut fokussiert seine wissenschaftlich-technischen Entwicklungen auf die Fähigkeit maritimer Infrastrukturen, auch bei Störungen nicht auszufallen - Resilienz genannt. Ziel aller Entwicklungen ist es, Gefahren für die Infrastrukturen erkennen und abwehren zu können. Damit erweitert das neue Institut die im DLR bereits zahlreich vorhandenen Kompetenzen in der Technologieentwicklung sowie im Bereich der maritimen Sicherheit.

Unbemanntes U-Boot

Eine der ersten Neuanschaffungen des Instituts wird ein unbemanntes Unterwasserfahrzeug sein, mit dem neu zu entwickelnde optische sowie akustische Sensorik zur Überwachung und Inspektion von maritimen Infrastrukturen erprobt werden soll.

„Das DLR ist bereits exzellent in der Forschung für Luft-und Raumfahrt, Energie und Verkehr, Sicherheit und Digitalisierung aufgestellt. Mit unseremneuen Institut erschließen wir uns eine weitere Dimension - den Schutz maritimer Infrastrukturen auf und unter Wasser“, sagt Prof. Pascale Ehrenfreund, Vorsitzende des Vorstands des DLR.

Eine der künftigen Aufgaben des Instituts ist die Bewertung des Sicherheits- und Schutzstatus von maritimen Infrastrukturen. Ziel ist es, deren Leistungsfähigkeit nachhaltig zu schützen. Offshore-Windparks sind zum Beispiel ein wesentliches Element, um die geplante Energiewende und damit den Ausstieg aus der atomaren und fossilen Energieversorgung umzusetzen. Dafür muss die Betriebsfähigkeit sichergestellt sein. Wartungsmaßnahmen müssen rechtzeitig und so erfolgen, dass Kollisionen zwischen Wartungsschiffen und der Windpark-Infrastruktur vermieden werden. Dabei sollen bereits vorhandene Sensoren für die Betriebssicherheit auch für einen Schutzvor möglichen Angriffen genutzt werden.

Institutseroeffnung Bremerhaven 1 klein

„Das DLR wird künftig neue Technologien für den Schutz maritimer Infrastrukturen entwickeln und zur Anwendungsreife bringen. Wirtschaft und Gesellschaft können damit auch in diesem Bereich von der bewährten Innovations- und Transferkompetenz des DLR profitieren“, sagte Norbert Brackmann, Koordinator der Bundesregierung für die maritime Wirtschaft. Ein weiteres Anwendungsbeispiel des neuen Instituts ist die Seenotrettung: "Wir wollen neue Sensoren entwickeln, die auch bei Nacht und Nebel Schiffbrüchige erkennen und ihre Rettung ermöglichen", sagt Dr. Dennis Göge, Gründungsdirektor des neuen Instituts.

Das neue DLR-Institut verfügt zunächst über eine Zahl von 20 Mitarbeitern, die bis auf 60 anwachsen soll. 5 Millionen Euro werden in die Forschungsinfrastruktur am Standort Bremerhaven investiert. Künftig soll der Etat jährlich 6 Millionen Euro betragen, davon 4,5 Millionenvom Bund und den Ländern,der Rest aus Drittmitteln.

„Mit dem neuen Institut in Bremerhaven baut das DLR seine Präsenz im Bundesland Bremen ganz erheblich aus. Einmal mehr stellt Bremen seinen hohen Rang und seine Attraktivität als Wissenschaftsstandort unter Beweis. Und einmal mehr zeigt sich, welch zentrale wirtschaftliche Funktion die Hafenstandorte und deren zu schützende maritime Infrastruktur für Deutschland haben“ sagt Bremens Bürgermeister Carsten Sieling.

Das neue Institut wird bei seiner Arbeit unter anderem eng mit der Bundespolizei und perspektivisch mit weiteren Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben, aber auch mit Nichtregierungsorganisationen wie der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger und derWirtschaft zusammenarbeiten.Um seiner gesellschaftlichen und ethischen Verantwortung bei der behandelten sicherheitsrelevanten Thematik nachzukommen, hat das Institut von Beginn an eine Forschungsgruppe eingerichtet, die dazu und zur Akzeptanz neuer Technologien forschen wird.

© https://www.DLR.de/

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