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Hardthöhenkurier 2/2015 Leseprobe

Wehrtechnik Rahmenvereinbarung ermöglicht Modernisierung der Hubschrauber-Flotte Decklandung eines NH90 auf der Fregatte Sachsen. Foto: HHK / Archiv Zur Rahmenvereinbarung mit der Bundeswehr und aktuellen Themen von Airbus Helicopter Interview mit Ralf Barnscheidt, Leiter des Military Support Centers und Mitglied der Geschäftsleitung von Airbus Helicopters Deutschland 120 führen sollten. Für uns war klar, dass wenn unser in Deutschland wichtigster Kunde ein budgetäres Problem hat, wir uns dem nicht entziehen wollen. Wir haben uns der Diskussion gestellt und waren gewillt über Stückzahlanpassungen zu sprechen. Auch wenn natürlich nicht unser oberstes Ziel ist, geschlossene Verträge mit großen Stückzahlen zu reduzieren. Zudem befanden sich beide Programme terminlich in Verzug. Dieses war mehreren Tatsachen geschuldet. Zum einen einer Überschätzung unserer Fähigkeiten und zwar nicht in der technologischen Form, sondern in der zeitlichen Form. Einige Themen, die komplett neu entwickelt werden mussten, wurden zeitlich nicht richtig eingeschätzt und somit nicht zeitgerecht entwickelt. Das zweite, was wir unterschätzt hatten, war die Komplexität in der internationalen Welt. Komplexität sowohl auf der Industrieseite als auch auf der Kundenseite, die ebenfalls aus mehreren Nationen besteht. Diese Prozesse sind langatmig in der Abstimmung und haben nicht dazu geführt, dass wir die Projekte schnell abwickeln konnten. Das Rahmenabkommen hatte dann das Ziel einer Stückzahlanpassung, die wir auch über drei Jahre hinweg diskutiert und verhandelt haben. Verhandelt in dem Sinne, dass es für beide Seiten immer ein tragbarer Kompromiss werden sollte. Das Resultat war, dass natürlich bei reduzierten Stückzahlen die Einmalkosten auf eine geringere Stückzahl umgelegt Nachdem die Rahmenvereinbarung zur Modernisierung der Bundeswehr Hubschrauber-Flotte von den Ausschüssen des Deutschen Bundestages verabschiedet wurde, stehen die Eckdaten dieser Vereinbarung fest. Die Stückzahlen der Projekte NH90 und UH TIGER werden an die Bundeswehrstruktur angepasst, drohende Fähigkeitslücken im Bereich der Drehflügler werden zeitnah geschlossen und die Ersatzteilversorgung verbessert. Aktuelle Themen, wie die Beschaffung des Marinehubschraubers SEA LION, aber auch die Triebwerksprobleme am NH90 sowie der Full Service Bereich von Airbus Helicopters Deutschland (AHD) wurden in Donauwörth Ende März in einem Gedankenaustausch zwischen Ralf Barnscheidt, Leiter des Military Support Centers von Airbus Helicopters Deutschland und HHK-Chefredakteur Jürgen K.G. Rosenthal besprochen. HHK: Die Rahmenvereinbarung mit dem BMVg ist unter Dach und Fach. Sind Sie damit zufrieden? Barnscheidt: Die Verhandlungen zu diesem Rahmenabkommen haben wir 2011 im November begonnen. Ich kann mich noch gut an die Ausgangslage erinnern, dass das BMVg die Stückzahlen für den UH TIGER und NH90 reduzieren und an- passen wollte. Was bei uns damals ankam, waren in erster Linie Budgetgründe, Haushaltsgründe, die zu einer Anpassung HHK 2/2015


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