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Hardthöhenkurier 2/2015 Leseprobe

Wehrtechnik Der Blick in die Zukunft – vom Sehrohr zum Optronikmast Sehen, ohne gesehen zu werden Airbus DS Optronics erweitert die Aufklärungsfähigkeiten von U-Booten entscheidend mit dem modularem Optronikmast OMS 200 Die Väter des modularen, kompakten optronischen Mastsystems (OMS): Bernhard Ruf (links) und Christian Feix aus Oberkochen. Foto: Airbus DS Optronics / Frederik Laux Mit dem Optronikmast OMS 110 ist die technologische Weiterentwicklung des bereits seit Jahren erfolgreich im Einsatz befindlichen OMS 100 verfügbar. Mit der Kombi- nation von OMS 110 und OMS 200 wurde eine einmalige Fähigkeit zur gleichzeitigen Nutzung als Beobachtungs-, Überwachungs-, Angriffs- und Navigationssystem geschaffen. Das kompakte Design des Optronikmasts OMS 200 verleiht dem System optimierte Stealth-Eigenschaften im Visuellen und Thermalen. Die Zusammenführung der Kamera für den kurzwelligen Infrarotbereich (SWIR) mit einer Tagessicht- kamera sowie einem Laser-Entfernungsmesser (augensicher) auf minimalem Raum gewährleistet eine Kompaktheit, die im Ergebnis eine geringstmögliche Radarsignatur bietet und somit eine gegnerische Ortung entscheidend erschwert. Daneben kann das System wegen der hohen Bildqualität und –auflösung der SWIR-Kamera durch eine Kombination mit einem mittelwelligen Infrarotsystem (MWIR) zur Informationsgewinnung bei Aufklärungsmissionen eingesetzt werden. Des Weiteren erlaubt die modulare und kompakte Bauweise eine mögliche missionsspezifische Zusammen- stellung der Module. Ein entscheidender Vorteil des Systems ist der Umstand, dass alle Sensoren hinter nur einem Sichtfenster gebündelt wurden und somit alle Sensoren auf der gleichen Visierlinie justiert sind. Die universelle Antennenschnittstelle ist Vor- aussetzung für das Zusammenwirken der verschiedenen Sensoren, beispielsweise zur Elektronischen Aufklärung oder Navigation. Alle gewonnenen Daten werden digital be- reitgestellt und können mit anderen See- und Landstreit- Jürgen K.G. Rosenthal Seit nunmehr über 110 Jahren wurden in Oberkochen mehr als 3.000 Periskope für U-Boote hergestellt. Heute sind Sehrohre und Optronikmasten bei nahezu 20 Marinen weltweit erfolgreich im Einsatz. Nicht nur die Sehrohrtechnik hat sich weiterentwickelt, sondern auch das Unternehmen hat gerade in jüngster Zeit Namen und Besitzverhältnisse geändert. Heute gehört das Unternehmen, welches mit dem Namen Carl Zeiss erste U-Boot-Sehrohre in Deutschland entwickelte, zur Airbus Defence and Space Division als Teil der Airbus Group. Die Airbus DS Optronics GmbH entwickelt und fertigt mit rund 1.000 Mitarbeitern in Deutschland, Südafrika, Brasilien, Südkorea und Algerien optische und optronische Produkte, die in militärischen See-, Land-und Luftsystemen sowie in Grenzraum- und Sicherheitstechnologien aber auch in zivilen High-Tech- und Raumfahrtsystemen eingesetzt werden. Unter dem Dach von Airbus und mit dem Know-how bei der Verteidigungs- und Sicherheitstechnologie entwickelt Optronics weiterhin innovative Lösungen bei Sehrohren und Optronikmasten für unterschiedliche Einsatzrollen. Jüngstes Produkt ist der Optronikmast OMS 200 für U-Boote. Durch die Kombination von neuentwickelten passiven und aktiven Sensoren ergeben sich erweiterte Aufklärungs- fähigkeiten auch bei schlechten Sichtbedingungen wie Nebel und Dunst. Objekte zur taktischen Bewertung und Navigation können somit auch unter diesen Bedingungen detektiert werden. 114 HHK 2/2015 Funktionsweise des OMS 200. Grafik: Airbus DS / C3 Visual Lab


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