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Hardthöhenkurier 2/2015 Leseprobe

Wehrtechnik Die deutsche Fähigkeit zur bodengebundenen Luftverteidigung Zum Stand der Fähigkeit der deutschen Luftwaffe Interview mit James E. Monroe, Vice President Raytheon International Inc. 112 zur bodengebundenen Luftverteidigung Stand zum Next Generation PATRIOT sprach kürzlich HHKChefredakteur Jürgen K.G. Rosenthal mit James E. Monroe, Vice President Raytheon International. HHK: Wie ist der aktuelle Stand zur Bereitstellung des Systems Next Generation PATRIOT? Monroe: Mit einer Beschaffung des Systems Next Generation PATRIOT würde die Luftwaffe die bei weitem preisgünstigste und mit den wenigsten Risiken verbundene Lösung für das Taktisches Luftverteidigungssystem (TLVS) übernehmen. Ein Grund hierfür ist, dass Next Gen PATRIOT die bestehende deutsche Ausrüstung von den 14 vorhandenen PATRIOT- Systemen verwendet, die mit modernster Technologie ver- bessert, den Anforderungen des TLVS mehr als genügen wird. Die unterschiedlichen Verbesse- rungen Next Gen PATRIOT besteht aus beherrschbaren, risikoarmen Modulen, die auch, wenn gewünscht, schrittweise durchgeführt werden können. Des Weiteren nutzt Next Gen PATRIOT die bisherigen gemeinsamen Investitionen von den 13 Partnerstaaten, die die volle Digitalisierung des Waffensystems und viele technische Verbesserungen mit entwickelt und finanziert haben. PATRIOT zieht den Nutzen aus einem bereits vorhandenen voll qualifi- zierten und einsatzerprobten Feuer- leitsystem, dass im Übrigen als einziges System auch alle existierenden (PAC -2, PAC 3 CRI) und neuen Lenkflugkörper (PAC-3 MSE, IRIS-T SL) von PATRIOT und MEADS in einem wirtschaftlichen Mix einsetzen kann und allein damit mehr als ein Milliarde Euro an Lenkflugkörper Ersatzkosten einsparen. Die Vorgänge um die Ukraine sowie die Ankündigungen von Präsident Wladimir Putin zu einer verstärkten Präsenz militärischer Macht am Nordpol zur Wahrung russischer wirtschaftlicher Interessen verdeutlichen leider eindrucksvoll, dass die Zeiten des Kalten Krieges wieder Einzug in die globale Politik erhalten haben. Die Bundeswehr vergrößert die Anzahl an Kampfpanzern, die NATO verstärkt Präsenz und Manöver im Osten Europas. Des Weiteren bereitet sich die NATO durch Anpassung ihrer Struktur für eine schnelle Reaktion auf Aggressionen vor. Auch die Fähigkeit zur bodengebundenen Luftverteidigung ist in Deutschland wieder verstärkt in den Fokus der Verteidigungsbemühungen geraten. Raytheon International hat mit dem Waffensystem PATRIOT seit den 1980er Jahren einen wesentlichen Anteil an der Fähigkeit zur bodengebundenen Luftverteidigung einschließlich der Flugkörperabwehr. Zur Sicherstellung einer weiter bestehenden Fähigkeit beabsichtigt die Bundeswehr ein „Taktisches Luftverteidigungssystem (TLVS)“ zu installieren, um das Fähigkeitsspektrum der Luftwaffe durch eine bedrohungsangepasste Modernisierung bestehender Waffensysteme zu gewährleisten. Für diese Modernisierung sind im Berliner Verteidigungsministerium zwei verfügbare Systeme in der Betrachtung. Eine diesbezügliche Entscheidung ist nicht nur wegen der aktuellen weltpolitischen Lage mehr als über- fällig. Davon unabhängig wird Deutschland eine führende Rolle in der europäischen Luftverteidigung und Raketenabwehr zugesprochen, die sich mit der Beschaffung des Next Gen PATRIOT noch verstärken würde. Über den aktuellen PATRIOT Startgerät der deutschen Luftwaffe. Foto: Bundeswehr James E. Monroe HHK 2/2015


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