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Hardthöhenkurier 2/2015 Leseprobe

57. Vollversammlung des Wehrmedizinische Beirats Sanitätsdienst Verteidigungsministerin begrüßt Wehrmedizinischen Beirat im BMVg 57. Vollversammlung fand im Stauffenberg-Saal des Verteidigungsministeriums statt Bundesministerin Ursula von der Leyen und Generaloberstabsarzt Dr. Ingo Patschke sprechen mit dem Wehr- medizinischen Beirat über die Optimierung des Sanitätsdienstes. Ein Beitrag von Bianca Jordan, Bundesministerium der Verteidigung Der Wehrmedizinische Beirat hat zu seiner 57. Vollversammlung am 26. März in Berlin getagt. Ursula von der Leyen begrüßte den Beirat im Stauffen- berg-Saal des Verteidigungsministe- riums. Der Einladung des Kommandos Sanitätsdienst folgten auch dieses Jahr zahlreiche Gäste. Zu Beginn der Vollversammlung dankte der Inspekteur des Sanitätsdienstes, Generaloberstabsarzt Dr. Ingo Patschke der Ministerin, dass sie als „medizinisch geschulte Chefin“ trotz vieler Termine, die Zeit fände, der Präsentation zur „Attraktivität des Sanitätsdienstes“ Gehör zu schenken und mit ihrem fach- lichen Rat zur Seite stünde. Artikelgesetz auf den Weg gebracht Vor der Präsentation richtete die Ministerin einige Worte an das Plenum. „Wir haben ein Artikelgesetz auf den Weg gebracht, welches diese Woche dem Bundesrat vor- liegt “, so von der Leyen. Dabei ginge es vor allem um die Personalentwicklung. Auch Themen wie geregelte Arbeitszeiten im Grundbetrieb, soziale Absicherung der Zeitsoldaten, bis hin zur Vereinbarkeit von Familie und Dienst sind Inhalte dieses Gesetzes. Als einen der wichtigsten Punkte nannte die Ministerin „Fareshare für Frauen“, „da werde ich eisern hinter- her sein“, betonte sie. Elektronische Vernetzung von Patientendaten Den Sanitätsdienst betrachtend sei der Ministerin aufgefallen, „dass wir weit zurück sind mit der IT-Vernetzung in der ambulanten Versorgung“. Dies werde aber wieder nach vorne geschoben und durch sie „mit großem Druck“ auf den Weg gebracht, denn die Modernisierung der IT-Vernetzung sei hoch priorisiert – die elektronische Patientenakte sei das Ziel. Konkurrenz und Fachkräftemangel Ursula von der Leyen ließ sich durch Beiratsmitglied Prof. Dr. Norbert Haas die Ergebnisse und Vorschläge seiner Arbeits- gruppe „Attraktivität im Sanitätsdienst“ präsentieren. So erwähnte Haas die gute Planbarkeit einer Karriere bei der Bundes- wehr, mit der könne bereits jetzt gepunktet werden. Die Bundeswehr müsse die „Marke Sanitätsdienst“ nach außen stark verkaufen, denn neben scharfer Kon- kurrenz auf dem Arbeitsmarkt sei auch der Fachkräftemangel gravierend. Durch weltweite Einsatzerfahrungen habe der Sanitätsdienst ein Alleinstellungsmerkmal, dessen positiver Nebeneffekt die ge- stärkte Akzeptanz im akademischen Um- feld sei. Die Bundeswehr müsse durch die demographische Entwicklung, aber auch durch den Fachkräftemangel auf dem Arbeitsmarkt Schritt halten. So verwies die Ministerin auf die Agenda „Bundeswehr in Führung – Aktiv. Attraktiv. Anders“. Hier würde bereits dieses Ziel verfolgt und durch viele Maßnahmen auf der Zeitachse ergänzt. „Wir sind auf gutem Wege, müssen aber mit Hartnäckigkeit dran bleiben“, betonte sie gegenüber dem Wehrmedizinischem Beirat. Agenda Attraktivität beschleunigen Als eine der Hauptaufgaben der Bundeswehr bezeichnete der Professor der Charité in seinem Vortrag die Beschleunigung der Agenda „Bundeswehr in Führung“. Wesentliche Vorschläge der Arbeitsgruppe beziehen sich unter anderem auf die Außenwirkung des Sanitätsdienstes, aber auch dessen Vernetzung mit zivilen Universitäten. Der Sanitätsdienst müsse als ein wichtiges Instrument der Bundesrepublik Deutsch- land für das weltweite Engagement bei sicherheitspolitischen und humanitären Herausforderungen dringend weiterentwickelt und gefördert werden, beendete Professor Haas die Präsentation zur „Attraktivität im Sanitätsdienst“. Hintergrund zum Wehrmedizinischen Beirat In der diesjährigen Vollversammlung erfolgte die alle fünf Jahre vorgesehene Neukonstituierung des Wehrmedizinischen Beirates. In einem formalen Akt wurden die Mitglieder durch Generaloberstabsarzt Dr. Patschke neu berufen. Neben den Beiratsmitgliedern kamen Gäste aus den Bereichen Bundesministe- rien, Bundespolizei, zivile Hilfsorgani- sationen und Bundesärztekammer nach Berlin. Der Vorsitzende des Beirates Herr Prof. Dr. Schindler führte durch das Programm. Als „Wissenschaftlicher Beirat des Bundesministeriums der Verteidigung für das Sanitäts- und Gesundheitswesen“ hat der Wehrmedizinische Beirat die Aufgabe, die Ministerin in Fragen des Gesundheitswesens der Bundeswehr zu beraten. Darüber hinaus bietet er eine kontinuierliche und wertvolle Verbindung zu ziviler Wissenschaft und Lehre im Bereich aller Approbationen. Einmal jährlich werden alle Mitglieder des Beirates zu einer Vollversammlung einberufen. Foto: Bundeswehr / Grauwinkel HHK 2/2015 95


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