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Hardthöhenkurier 2/2015 Leseprobe

Gastbeitrag Sun Tsu, der große chinesische Militärstratege, hatte schon 500 v.Chr. in seinem Buch „Die Kunst des Krieges“ Grundsätze beschrieben, die auch heute noch volle Gültigkeit besitzen, bei der Entwicklung von militärischen Strategien wie auch bei der Findung von Unternehmens- strategien. Dazu zählen unter anderem die beiden folgenden Aussagen: „Schnelligkeit ist im Kriege das Wichtigste!“ und „Weise Herrscher und kluge Feldherren errangen Siege, vollbrachten Heldentaten und waren anderen überlegen, weil sie alles vorher wussten.“ Etwas mehr als 2400 Jahre später be- obachtete Col. John Boyd, Kampfpilot der U.S. Air Force, dass eine Gruppe von Piloten, die bei Luftkämpfen überdurchschnittlich gut abschnitten, einem ganz bestimmten Muster folgten: dem so genannten „OODA Loop“. Die Buch- staben stehen dabei für Observe, Orient, Decide, Act, einem Zyklus also, der aus vier Schritten besteht: er- fasse Deine Situation, verstehe sie, triff Deine Entscheidung und handle. Wer diesen Zyklus rascher durchläuft als sein Gegner, gewinnt wichtige taktische und strategische Vorteile. Die Entscheidungsfindung in der Wirtschaft folgt exakt denselben Mustern. Sowohl im militärischen Bereich wie auch in der Wirtschaft erhöht sich jedoch die Taktrate beträchtlich, sodass die OODA- Zyklen immer rascher durchlaufen werden müssen. Im militärischen Bereich geht man davon aus, dass Entscheidungen zukünftig im Bereich von Mikrosekunden getroffen werden müssen. Erschwerend kommt hinzu, dass der Umfang der Informationen, die in dem Observe- und in dem Orient- Modul analysiert werden müssen, ebenfalls extrem anwächst. Menschen stoßen hier rasch an ihre Grenzen. Zum einen, weil unsere Fähigkeit komplexe Daten in kurzer Zeit zu analysieren, begrenzt ist und zum anderen, weil unsere Entscheidungen stets mehr oder weniger starken emotionalen Einflüssen unterliegen. Aus dem Bereich der „Künstlichen Intelligenz“ kommen nun jedoch leistungsstarke Lösungen, die genau in dieser Situation Unterstützung anbieten. Diese Systeme sind in der Lage, enorme Datenmengen in kürzester Zeit zu analysieren und entsprechende Handlungsoptionen aufzuzeigen. Sie arbeiten ermüdungsfrei rund um die Uhr und sie kennen auch keine Emotionen. Beispielsweise konnte das IBM System „Watson“ schon 2011 ca. 200 Millionen Seiten pro Sekunde lesen. Die Richtigkeit seiner Diagnosen auf speziellen medizinischen Gebieten lag dabei zum Teil erheblich über den Trefferraten der menschlichen Mediziner. Experten gehen davon aus, dass derartige „Künstliche Intelligenz“- Systeme die OODA-Module und damit auch die OODA-Zyklen erheblich beeinflussen werden: Observe: ca. 90%, Orient: ca. 70%, Decide: ca. 30% und Act: ca 50%. Sowohl der militärische Bereich als auch der wirtschaftliche Bereich stehen damit in einem Wettlauf um die leistungsstärksten Systeme der künstlichen Intelligenz. Je stärker diese Systeme sind, desto größere Such- räume können durchforstet werden und desto komplexere Entscheidungsbäume können analysiert werden. Mögliche gegnerische Maßnahmen können antizipiert werden und in die eignen Handlungsoptionen integriert werden. Voraussetzung für den wirkungsvollen Einsatz derartiger Systeme in der Praxis ist die konsequente Digitalisierung der relevanten Entscheidungsketten, von der Signalerfassung, der sicheren Weiterleitung in Kommunikationsnetzen bis hin zu der Verarbeitung in leistungsstarken Systemen der künstlichen Intelligenz in Echtzeit. Diese „Digitale Transformation“ stellt militärische Bereiche und auch Wirtschaftsunternehmen vor große Herausforderungen. Viel steht auf dem Spiel. Für die erfolgreiche Durchführung dieser digitalen Transformation kommt es ganz entscheidend auf die Zu- sammenarbeit mit erfahrenen Partnerunternehmen an. Sie kennen und beherrschen die wichtigen Technologien auf der Hardware- wie auf der Softwareseite und sie wissen um die tatsächlichen Leistungsgrenzen der ausgewählten Systeme. Gemeinsam mit den Auftraggebern finden sie die optimale Kombination von mensch- licher und künstlicher Intelligenz. Die Anteile dieser beiden „Intelligenz- formen“ werden sich dabei über die Zeit hinweg verschieben. Intelligente Systeme werden mehr und mehr Aufgaben von Menschen übernehmen. Im Bereich der Wirtschaftsunternehmen zeichnet sich dieser Ablöseprozess bereits ab. Experten erwarten, dass bis Mitte der zwanziger Jahre auch Berufsgruppen betroffen sein werden, die bisher für „immun“ gehalten wurden, wie zum Beispiel Anwälte, Ärzte, Bankangestellte …. Um erfolgreich ihre Zukunft gestalten zu können, müssen sowohl der militärische Bereich wie auch die Wirtschaftsunternehmen ihre jeweiligen OODA-Zyklen unablässig messen und beschleunigen. Bei Adlon steckt exakt dies in den Genen des Unternehmens: „Wir garantieren die „Digitale Transformation“ unserer Kunden in eine erfolgreiche Zukunft und weiter: „Den Kunden stärken“ das ist der Existenzgrund von Adlon. Das Motto ist klar: die Schnellen schlagen die Langsamen, das lehrte bereits Sun Tsu vor ca. 2500 Jahren. Andreas Richstätter Geschäftsführer ADLON Intelligent Solutions GmbH www.adlon.de www.hybrid-cloud.de Gasteditorial 6 HHK 2/2015


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