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Hardthöhenkurier 2/2015 Leseprobe

Heer Zivilberufliche Qualifikationen bei der Bundeswehr „Technik prägt unsere moderne Gesellschaft und durchdringt sie in praktisch jedem Bereich. Die Bundeswehr macht da keine Ausnahme. Um ihrem Auftrag gegenüber der Bundesrepublik Deutschland und den Bündnispartnern gerecht zu werden, um bestmögliche Effizienz und Wirtschaftlichkeit bei begrenzten Ressourcen zu gewähr- leisten, hat sie sich zu einer immer stärker technisierten Truppe entwickelt. Diese Technik muss beherrscht, gewartet, repariert und weiter entwickelt werden. Das erfordert erstklassig ausgebildete und kontinuierlich weitergeschulte Soldaten.“ Mit diesen Worten leitet der Kommandeur des zukünftigen Ausbildungszentrums Technik Landsysteme (AusbZTLS) und General der Heereslogistiktruppen in seinem Grußwort zum Auftrag dieser Ausbildungseinrichtung des Heeres ein. 74 HHK 2/2015 Zivilberufliche Qualifikationen an der Fachschule des Heeres für Technik „Technik muss beherrschbar sein – das erfordert erstklassig ausgebildete Soldaten“ Oberstleutnant Holger Fleckenstein, Leiter der Fachschule des Heeres für Technik tragserfüllung und Effektivität der Soldaten auf dem Dienstposten verbessert und andererseits die Attraktivität des Dienstes in den Streitkräften fördert. Integrative Meisterausbildung Die Meisterausbildung ist für Instandsetzungsfeldwebel von Landsystemen integraler Bestandteil der fachlichen Fort- bildung, auf die eine weiterführende ge- rätespezifische, technische Ausbildung aufbaut (Abb.2). Darüber hinaus werden allgemeine Kenntnisse und Fähigkeiten vergleichbarer Positionen des mittleren Managements der Wirtschaft maßgeblich vertieft, so dass der Feldwebel in einer intensiver werdenden Zusammenarbeit der Bundeswehr mit der Wirtschaft als Ansprechpartner bestehen kann. Die Meisterausbildung wird durch den Berufsförderungsdienst der Bundeswehr gefördert und begleitet. Die Fachschule führt seit 2004 für diese Feldwebel Meisterlehrgänge in der Fach- richtung Kraftfahrzeugtechnik (Handwerk) sowie in den Fachrichtungen Elektrotechnik (Industrie) und Metall (Industrie) im integrativen Ansatz durch. Die Ausbildung dient zur Vorbereitung auf die Meisterprüfung, die sich aus dem Berufsbildungsgesetz ableitet und in den Meisterprüfungsverordnungen bundeseinheitlich festgeschrieben ist. Die Meisterprüfung wird durch die regional zuständige Kammer des Handwerks sowie der Industrie- und Handelskammer durchgeführt, bewertet und mit Aushändigung des Meisterbriefes zertifiziert. Kennzeichnend für den integrativen Ansatz der Meisterausbildung ist, dass für die Meisterqualifikation nutzbare Inhalte der allgemeinen militärischen Ausbildung zum Feldwebel zum Beispiel Methodik der Ausbildung, in Abstimmung mit Handwerk bereits vor der Meisteraus- bildung als Abholpunkt vermittelt sind. So werden die in der Meisterprüfungs- ordnung geforderten berufs- und arbeitspädagogischen Kenntnisse durch Inhalte des Feldwebellehrgangs Militärfachlicher Teil abschließend in der I. Inspektion ausgebildet, durch die Zivilberufliche technische Ausbildung des Handwerks und der Industrie im dualen System ist in der technischen Unter- stützung der Einsätze grundlegende Voraussetzung für die Erfüllung der vielfältigen technischen Fachaufgaben im Rahmen der Instandsetzung sowie dem logistisch-technischen Management von komplexen technischen Systemen. Zivilberufliche Qualifikation, Fort- und Weiter- bildung ist fester Bestandteil des Attraktivitätsprogramms der Bundeswehr. Die Fachschule des Heeres für Technik (FSHT) ist seit 1972 mit einem differenzierten Ausbildungsangebot auf dem Gebiet der zivilberuflichen Aus- und Fort- bildung in ausgewählten technischen Fachrichtungen tätig. Sie ist integraler Bestandteil des AusbZTLS in Aachen und nimmt rechtlich innerhalb des AusbZTLS eine Sonderstellung ein. Die FSHT unterliegt mit ihren Ausbildungsprogrammen und dem Prüfungswesen dem Schulgesetz von Nordrhein-Westfalen (NRW), den Berufsbildungsgesetzen sowie den Verordnungen des Handwerks und der Industrie. Der enge Schulterschluss zwischen dienstpostenspezifischer technischer Ausbildung in den Lehrgruppen des AusbZTLS und zivil zertifizierter Ausbildung der FSHT entspricht im Grundsatz der Zielsetzung zur zivilberuflichen Aus- und Weiterbildung in der Bundeswehr. Im Rahmen der militärfachlichen Ausbildung soll diese so gestaltet werden, dass sie vorrangig die Auf- Abbildung 1: Technische Ausbildung am DINGO.


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