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Hardthöhenkurier 2/2015 Leseprobe

Heer Afghan Tactical Air Coordinator 68 HHK 2/2015 Ausbildung im Einsatzland – Afghan Tactical Air Coordinator Von ISAF zur Resolute Support Mission Major Frank Weise, Luftwaffenstabsoffizier am Taktikzentrum und der Offizierschule des Heeres. Er war im Zeitraum von Juli bis Oktober 2014 eingesetzt als Senior JTAC beim Stab Train Advise and Assist Command North (TAAC-N) in Mazar-e Sharif, Afghanistan eingesetzt. verringertem Kräfteansatz auf die in Kabul beheimateten Institutionen des Sicherheitssektors beschränken, bevor eine vollständige Rückverlegung aller internationalen Kräfte aus Afghanistan erfolgen kann. Afghan Tactical Air Coordinator (ATAC) Die Ausbildung von Afghan Tactical Air Coordinator (ATAC) stellt einen Beitrag zur Herstellung der eigenständigen Sicherheitswahrnehmung durch die afghanischen Streitkräfte dar. ATACs sollen die Einheiten und Verbände der afghanischen Armee in die Lage ver- setzen, in Gefechtssituationen das Steilfeuer von bodengestützten Wirkmitteln wie Artilleriegeschützen oder Mörsern mit dem Einsatz von Luftfahrzeugen zur Kampfunterstützung selbständig zu koordinieren. Oberstes Ziel hierbei ist primär der Schutz eigener Kräfte am Boden beim Einsatz von Luftunter- stützung in unmittelbarer Nähe zur Kampftruppe. Im Rahmen der Ausbildung werden den angehenden ATACs Mittel und Wege aufgezeigt, dem Luftfahrzeugführer zunächst den Standort der eigenen Truppen am Boden zu verdeutlichen, um ihn anschließend auf die gegnerische Position einzuweisen. Der Pilot erhält somit ein situatives Bild der Bodenlage und kann seinen Waffeneinsatz dahingehend anpassen. Ein weiteres Augenmerk gilt der Minimierung einer möglichen Gefährdung der fliegenden Besatzungen durch die Einwirkung von bis dato unkoordiniertem Steilfeuer im gemeinsam genutzten Luftraum. Dies schließt die zeitgerechte Anforderung zur Einrichtung von lokalen Luftraumordnungsmitteln sowie die räumliche und/oder zeitliche Staffelung der beteiligten Luftraumnutzer im Laufe des Gefechts mit ein. Einen Schwerpunkt bildet die Befähigung zur Beratung des Im Rahmen des neuen Ansatzes von Ausbildung, Beratung und Unterstützung wurde Personal des afghanischen Heeres ausgebildet, um zukünftig eigenständig bodengebundene Feuerunterstützung mit dem Einsatz von Luftunterstützung koordinieren und synchronisieren zu können. Hierbei kam auch deutsches Fliegerleitpersonal als Ausbilder zum Einsatz. Nach 13 Jahren endete im Dezember 2014 der Einsatz der Bundeswehr im Rahmen International Security Assistance Force (ISAF) in Afghanistan. Für die Soldaten der Bundeswehr lag, neben dem Stabilisierungsauftrag von Beginn des Einsatzes an, der Schwerpunkt ihrer Aufgaben im Aufbau leistungsfähiger afghanischer Sicherheitsstrukturen. Nationale Sicher- heitskräfte von Armee und Polizeibehörden konnten dabei Schritt für Schritt in die Lage versetzt werden, die Sicherheit in ihrem Land eigenverantwortlich wahrzunehmen. In der nun nahtlos anschließenden Resolute Support Mission (RSM) steht jetzt die Ausbildung, Beratung und Unterstützung der mittlerweile etablierten afghanischen Kräfte durch Partnernationen im Vordergrund. Hierfür wurde im Laufe des Jahres 2014 die Präsenz der internationalen Schutztruppe im Land deutlich reduziert und in ein „Nabe- und Speichenmodell“ überführt. Die Hauptstadt Kabul fungiert dabei als Nabe. In strategisch wichtigen Städten mit Hauptquartieren und höheren Kommandobehörden der afghanischen Sicherheitskräfte wurden zudem Train, Advise and Assist Commands (TAAC) aus den vormaligen Regionalkommandos der internationalen Schutztruppe gebildet. Deutschland hat als Rahmennation im Norden Afghanistans zusammen mit rund 20 weiteren Nationen hier weiterhin eine verantwortungsvolle Rolle über- nommen. Zu einem späteren Zeitpunkt soll sich dann die Ausbildung mit nochmals Afghan Tactical Air Coordinator (ATAC) im Einsatz. Foto: NATC-A


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