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Hardthöhenkurier 2/2015 Leseprobe

Streitkräftebasis Das Zentrum für Geoinformationswesen der Bundeswehr Herausforderung an die Nutzung und Verarbeitung von Geoinformationen im IT-System der Bundeswehr Fregattenkapitän Dr. Patrick Goni, Zentrum für Geoinformationswesen der Bundeswehr – GeoInfoDBw, III 2 (1) Der Auftrag des Geoinformationswesen der Bundeswehr Der Geoinformationsdienst der Bundeswehr (GeoInfoDBw) stellt für die Bun- deswehr im Rahmen der GeoInfo-Unterstützung sicher, einsatzrelevante Um- welteinflüsse zu erkennen, für das eigene Handeln auszuwerten, sich exakt im dreidimensionalen Raum zu positionieren, zu navigieren und präzise auf Ziele zu wirken. Dazu stellt er aktuelle, qualitätsgesicherte Geoinformationen bereit. Die Aufgaben des GeoInfoDBw umfassen die bundeswehrweite Bereitstellung von Geoinformationen über alle zu betrachtenden Domänen Führung, Aufklärung, Wirkung, Unterstützung (FAWU) und den Erbringungsdimensionen Land, Luft, Weltraum, See, Informationsraum . Die Erfüllung der GeoInfo-Fachaufgaben erfolgt dabei immer durch ziviles oder militärisches Fachpersonal des GeoInfoDBw, und – wo möglich und sinnvoll – zentralisiert. sich Anforderungen an Hard- und Software sowie an Verfahren ab. Auf Seiten des GeoInfoDBw ist eine flexible Aufbereitung von Geoinfor- mationen durch leistungsstarke Geo- Info-Fachtechnik gewährleistet. Die Informationsübertragung und -bereitstellung innerhalb des IT-SysBw ist jedoch an die Schnittstellen zwischen Nutzer und Service- Provider gebunden. Hierbei ist es immer wieder notwendig, auf die großen Datenvolumen von Geoinformationen sowie die dazu erforderliche Bandbreite zur Übertragung hinzuweisen. Anmerkung: Geoinformationen werden vom GeoInfoDBw immer qualitätsge- sichert als GeoInfo-Produkte bzw -Daten zur Verfügung gestellt. Es kommt nicht nur der Verbindung zum Nutzer die Eigenschaft eines Nadel- öhrs zu, auch ist der im IT-SysBw vorgesehene Speicherplatz für Geoinformationen chronisch um Größenordnungen unterdimensioniert. Zielführend dazu ist die einmalige Bereitstellung von Geoinformationen. Dies erfolgt im GeoInfoDBw zentrali- siert in einer Sicherheitsdomäne (vorzugsweise VS-NfD). So kann gewährleistet werden, dass Geoinformationen jederzeit aktuell für jede Sicherheitsdomäne bereitgestellt werden können. Der gesicherten Verfügbarkeit der Verbindung kommt dabei eine wichtige Rolle zu, da Geoinformationen zum Teil hochdynamisch sind. Beim Domänen- übergang gibt es zurzeit eine erkannte Fähigkeitslücke, da der sichere Übergang von dienstebasiert bereitge- stellten Geoinformationen zwischen Sicherheitsdomänen mit Sicherheitsgefälle mit Hilfe von Sicherheitsgateways noch nicht über den Einzelfall hinaus zertifiziert sind. Trends in der Geoinformatik In der Geoinformatik sind Trends und Entwicklungen erkennbar, die weitere Herausforderungen an die Verarbeitung von Geoinformationen im IT-SysBw IT-SysBw und Befähigung NetOpFü Die Verarbeitung von Geoinformationen stellt das IT-System der Bundeswehr (IT-SysBw) vor besondere Herausforderungen. Gemäß der Konzeption der Bundeswehr erfordern Führung und Einsatz von Streitkräften unter den Bedingungen der Vernetzten Operationsführung (NetOpFü) einen bundeswehrgemeinsamen, alle Führungsebenen umfassenden, national und multina- tional interoperablen und sicheren Informationsverbund. Das IT-SysBw schafft die technischen Voraussetzungen dafür. Es verbindet alle relevanten Personen, Stellen, Truppenteile und Einrichtungen sowie Sensoren und Effektoren. Sie werden auf Basis multinational interoperabler Mittel und Verfahren miteinander verbunden. (Konzeption der Bundeswehr, 1.7. 2013). Übergreifendes Ziel der Teilhabe des GeoInfoDBw an NetOpFÜ ist es, die Vielfalt an Geoinformationen in einem gemeinsamen, rollengerechten Lagebild als Teillage darzustellen, dem sogenannten Recognized Environmental Picture (REP). NetOpFü erfordert einen Informationsverbund über alle Domänen hinweg. Dafür ist ein Austausch von standardi- sierten, qualitätsgesicherten Geoinformationen (dienstebasiert) über alle Sicherheits- und Informationsdomänen hinweg und im multinationalen Umfeld notwendig. Daraus wiederum leiten 56 Abbildung 1 – Sensor- integration HHK 2/2015


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