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Hardthöhenkurier 2/2015 Leseprobe

NATO-EU-VN Neues vom Multinationalen Kommando Operative Führung in Ulm Das Multinationale Kommando Operative Führung in Ulm war im März für eine Woche Gastgeber und Organisator einer NATO-Konferenz, die aus Platzgründen sogar in den Hallen der Ulmer Messe verlegt wurde. Über 800 Vertreter aus 34 Nationen in Portugal, Spanien und Italien sowie im Mittelmeer und auf dem Atlantik statt. Mehr als 25.000 Soldaten von Heer, Luftwaffe und Marine und zivile Experten aus insgesamt 42 Nationen nehmen teil. 16 NATO demonstriert Fähigkeiten Inhaltlich ging es bei der Übung darum, das Leistungsvermögen der NATO in einem fiktiven Krisenszenario unter Beweis zu stellen und dies auch der Weltöffentlich- keit vorzustellen. Die NATO-Streitkräfte von TRIDENT JUNCTURE wurden demnach zur Schlichtung eines Konfliktes zweier Staaten eingesetzt, die sich über den Streit um Zugang zu Trinkwasser ver- feindet hatten und damit ihre eigenen Länder und ihre Nachbarn in eine Krise mit auch ernsthaften globalen Auswirkun- gen führten. Zur Konfliktlösung wäre der Einsatz rein militärischer Mittel nicht erfolgversprechend. Die NATO setzte vielmehr zusätzlich auf die Zusammenführung ziviler humanitärer, juristischer, verwaltungstechnischer, politischer und wirtschaftlicher Konfliktlösungsansätze. Dass die Übung nicht Richtung Ukraine- Konflikt oder Russland adressiert war, versicherte der Befehlshaber des Ulmer Kommandos, Generalleutnant Richard Roßmanith: „Die Übungsplanungen be- gannen zeitlich weit vor der Krim- Annektion. Hätte die NATO eskalieren wollen, hätte sie die Übung nach Ost- europa verlegen können. Das wurde nicht gemacht.“ Die Komplexität von Szenario und Auftragserfüllung machte über die Konferenz in Ulm hinaus noch viel weitere Detail- und Planungsarbeit erforderlich bis die Übung im Herbst in Südeuropa starten kann. Das Kommando aus Ulm spielte dabei weiterhin eine wesentliche Rolle. Es wird seine jahrelangen Erfahrungen aus der Beteiligung an Einsätzen und Übungen der NATO, der Europäischen Union und den Vereinten Nationen mit einbringen. Ein Erfolg war schon zu verzeichnen: Die Konferenzteilnehmer bewerteten die perfekte Organisation der Konferenz anerkennend mit „typical German efficiancy“ und die Käsespätzle sowie das deutsche Bier als „excellent“. Fotos: Bundeswehr / Kallinger Konferenz in Ulm bereitet größte NATO-Übung seit Jahren vor NATO-Konferenz zur Vorbereitung der NATO-Übung TRIDEDNT JUNCTURE 2015 Oberstleutnant Harald Kammerbauer, MNKdoOpFü und NATO-Einrichtungen bereiteten die größte NATO-Übung seit über einem Jahrzehnt vor. TRIDENT JUNCTURE 2015“ findet von September bis November Die Ulmer NATO-Konferenz diente der Vorbereitung, Planung und Organisation. In mehr als zwei Dutzend Arbeits- gruppen berieten die NATO-Spezia- listen Details, unter anderem des Transportes der Übungsteilnehmer per Bahn, Straße, Schiff oder Flug. Sie sprachen über die Unterkünfte, medizinische und logistische Versorgung, die Arbeitsausstattungen, IT-Netze und Satellitenverbindungen. Nicht zuletzt wurden auch die verschie- denen militärischen Vorhaben gegenseitig abgestimmt und die Übungsinhalte fortentwickelt. Die Konferenzteilnehmer brachten ihre vielen Fähigkeiten und Erfahrungen aus zahlreichen Einsätzen und unzähligen Übungen ein. Unterschied- liche nationale Sichtweisen und Bewertungen wurden diskutiert, respektiert und zusammengeführt. Die Arbeits- sprache war Englisch, wie in der NATO und auch im Multinationalen Bundeswehr Kommando in Ulm üblich. Die Gastgeberländer der Übung, Portugal, Spanien und Italien informierten über ihre Unterstützungsleistungen sowie über klimatische, gesellschaftliche und kulturelle Besonderheiten. Alle militärischen Übungen fanden ausschließlich auf militärischen Übungsplätzen statt, weitgehend ohne Beeinträchtigung von Tourismus und Bevölkerung. 3.000 Soldaten aus Deutschland Zweck der Übung war es, die Schnellen Eingreifkräfte der NATO, die NATO Response Force (NRF) für das Jahr 2016 vorzubereiten und die Führungseinrichtungen dafür zu zertifizieren. Geführt wurde die Übung durch das Joint Force Command in Brunssum, Niederlande. Personelle Unterstützung erfuhr dieser NATO-Stab durch das Ulmer Kommando, das die Beteiligung auch als Vorbereitung für die eigene NATO-Zertifizierung in 2018 ansieht und nutzt. Deutschland beteiligte sich darüber hinaus mit rund 3.000 Soldaten sowie zahlreichen Schiffen, Flugzeugen und logistischen Kräften der Bundeswehr Streitkräfte- basis. HHK 2/2015 Über 800 Vertreter aus 34 Ländern waren bei der Konferenz in Ulm. Generalleutnant Richard Roßmanith


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