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HHK-4-2012

Service 136 Buchrezensionen Autor: Oberst a.D. Friedrich Jeschonnek Wege ins Abseits – Wie Deutschland seine Zukunft verspielt Dieter Farwick, Wege ins Abseits – Wie Deutschland seine Zukunft verspielt, Osning Verlage, Garmisch – Partenkirchen 2012, ISBN 978-3-9814963-0-7, 336 Seiten, Literaturverzeichnis, Index. Mit Schlussbetrachung von Dr. Hans Rühle. Wie schon der Untertitel erahnen lässt, wird in diesem Buch eine „schonungslose Analyse von Fehlern und Versäumnissen“ der Regierung im Bereich der Zukunftsvorsorge für Deutschland in einer globalisierten Welt angeboten. Nach dem Prinzip „Ansprechen, beurteilen, folgern“ werden Schwachstellen und Versäumnisse in Bereichen wie Sicherheitspolitik, Innenpolitik, Finanzwesen, Entwicklungs- und Aussenpolitik dargestellt und bewertet. Dabei werden Aspekte wie Globalisierung, knappe Ressourcen, Demographie, Migration, Proliferation, Naher Osten, Afrika, Afghanistan, Lybien, Irak, Iran, Terroris- mus, Cyber-Attacken, China, Indien, Russland, Japan, EU, NATO uam. berücksichtigt und die Frage nach der Wahrung deutscher Interessen gestellt. Aus den Einzelbetrachtungen wird die Forderung nach einer Gesamtstrategie bzw. Formulierung nationaler Interessen und deren Umsetzung in einer Zukunftsvorsorge abgeleitet. Der Autor legt überzeugend dar, warum ein bloßes „Weiter so, Deutschland“ ins Abseits führt. Er begründet die Notwendigkeit nach einem grundlegenden Politikwechsel mit einer umfassenden Strategie der Zukunftssicherung. Mit seinem Werk bietet Brigadegeneral a.D. Dieter Farwick eine sehr fakten- reiche und kritische Lagebeurteilung mit Blick auf die nächste und weitere Zukunft Deutschlands und auch Europas an. Sein Buch will nicht nur ganzheitlich informieren, sondern durch einen kritischen Ansatz einen Anstoß für weitere Diskussionen zu dieser Thematik geben. Das Buch, das sich gut liest, verdient eine weite Verbreitung in unserem Land und darüber hinaus. Es kann deshalb auch unseren Lesern besonders empfohlen werden. Inspektionen im Vertragsgebiet durch. Grundlage bildete das Stockholmer Dokument über Vertrauens- und Sicherheitsbildende Maßnahmen und Abrüstung in Europa. Davon werden 22 Inspektionen, die auf dem Boden der ehemaligen DDR und der Bundesrepublik stattfanden, aus der Perspektive von ranghohen DDR-Inspektoren bzw. Inspektoren-Begleitern beschrieben. Hierbei wird auch auf Inspektionen der USA gemäß INF – Vertrag eingegangen. Nach Auffassung der Autoren haben die Inspektionen wesentlich zur Überwindung des Kalten Krieges in Deutschland und Europa beigetragen. In Bild- und Stimmungsberichten wird die überaus positive und konstruktive Atmosphäre bei den Inspektionen herausgestellt. Bei dem Werk handelt es sich um eine der wenigen Publikationen zu KSZE – Inspektionen in beiden Teilen Deutschlands bis zur Wende. Die Autoren haben dabei wertvolle Bild- und Zeitungsmaterial ge- sammelt, und für die Nachwelt und den interessierten Leserkreis aufbereitet. Ein ansprechendes Buch, das für alle sicherheitspolitisch und zeitgeschichtlich interessierten Leser uneingeschränkt empfohlen werden kann. Ehre, Tod, Abenteuer – Vom Mythos und der Renaissance des Söldnertums Joachim Feyerabend, Ehre, Tod, Abenteuer – Vom Mythos und der Renaissance des Söldnertums, Helios Verlag, Aachen 2012, ISBN 9-78369-330730, 114 Seiten, durchgehend illustriert. Legionäre, Landsknechte, Söldner – seit jeher haben ihre Abenteuer und Einsätze, hat ihr bewegtes und gefahrenreiches Leben die Menschen fasziniert. Sie übten und üben „eines der ältesten Gewerbe“ der Menschheit aus - und es ist oft ein blutiges! Manchmal endet es mit dem eigenen, jähen Tod oder auch im Suff. Es geht in diesem Buch um „Harte Kerle“ und ihren Einsatz, Opfergang, Erfolg und Leid. Schon die antiken Kulturen bedienten sich der so genannten Leihkrieger. In Europa hatten sie im Mittelalter Hochkonjunktur. Als Konquistadoren eroberten sie überseeische Reiche getrieben von der Gier nach Gold. In den letzten beiden hundert Jahren machten viele in der berüchtigten französischen Fremden- legion Karriere. Oft trieb sie Armut oder berufliche Alternativlosigkeit in die Fänge der Werber. Neuerdings haben Söldner wieder Hochkonjunktur. Sie sind Profiteure eines immer mehr privatisierten Krieges. Sie erleben eine neue Blüte vom Irak bis nach Südamerika, von Asien bis nach Afrika. Ihnen fallen die schmutzigen, meist völkerrechtswidrigen Arbeiten zu, die regulären Streitkräften verboten sind. Die Politiker, die sie be- zahlen, waschen derweil ihre Hände in Unschuld. Das Buch erzählt in spannenden Stil die Geschichte der „Dogs of War“, schildert menschliche Schicksale und zeigt eine Entwicklung auf, die in einer globalisierten, elektronisch vernetzten Welt schließlich einen neuen Typus von Söldner generiert – einen Schreibtisch-Krieger am Computer, der virtuell ganze Staatsorganisa- tionen lähmen kann. Kontrollierte Feindschaft – Manöverbe- obachtungen und Inspektionen 1987 – 1990 Guntram König (Hrsg.), Kontrollierte Feindschaft – Manöverbeobachtungen und Inspektionen 1987 – 1990, Helios Verlag, Aachen 2011, ISBN 978-3-86933-067-9, 184 Seiten durchgehend illustriert. Die siebenundzwanzig Staaten der Konferenz für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (KSZE) führten in den Jahren 1987–1990 insgesamt 88 Manöverbeobachtungen und HHK 4/2012


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