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HHK-4-2012

Wehrtechnik Zur Effektivität herkömmlicher Mittelkalibermunition Schussversuche mit HEI-T / PMB 050 im EZO auf acht Platten aus 100m Entfernung. Foto: HHK / JRosenthal 102 und fällt damit mehr als 20kg leichter aus als bei einem vergleichbaren Browning M2. Durch Einsatz modernster Technologien ist es gelungen, die Lebensdauer gegenüber den Mitbewerberprodukten deutlich zu erhöhen. Weiterhin kann der Nutzer eine derzeit bei Rheinmetall in der Entwicklung befindliche Hochleistungsmunition verschießen, deren Leistungsfähigkeit mit der des Kalibers 14,5mm vergleichbar ist. Optimiert ist das RMG.50 für fernlenkbare Waffenstationen (Remote Control Weapon Stations, RCWS) oder als Sekundärbewaffnung für Mittel- oder Großkaliber-Turmsysteme. Das RMG.50 wird ab Mitte 2013 in low rate initial production hergestellt, die Serienfertigung beginnt 2014. Die Mischung macht es! Aller Vielseitigkeit zum Trotz: Die Universal-Mittelkalibermuni- tion für alle Ziele an Land, in der Luft und auf See in allen denkbaren Entfernungen und Szenarien gibt es nicht. Für den Erfolg auf dem Gefechtsfeld ist zunächst einmal die Ausbildung entscheidend. Hierfür sollte entsprechende Trainingsmunition eingesetzt werden. HEI-Geschosse eignen sich vornehmlich für die Flugabwehr, für maritime Anwendungen, für den Kampf am Boden sowie für Unterdrückungsfeuer. Geht es gegen harte Ziele oder Luftfahrzeuge, ist APFSDSMunition das Mittel der Wahl. Die FAP-Technologie zeigt sich gegen Seeziele, Flugzeuge, Flug- körper, Gefechtsfahrzeuge sowie gegen Ziele im urbanen Umfeld als äußerst wirkungsvoll – und das auf bis zu 3.000 Meter. Gleiches gilt für PELE im Vollkaliber, allerdings auf kürzere Kampfentfernungen von bis zu 1.500 Metern. Air Burst Munition bietet die vielseitigsten An- wendungsbereiche und wirkt darüber hinaus auch gegen Flächenziele, ist allerdings auch verhältnismäßig teuer. Rheinmetalls Empfehlung für einen zeitgemäßen Mittelkaliber-Mix lautet daher: – APFSDS gegen harte Ziele, – ABM gegen Spezialziele und Flächenziele, – FAPDS und PELE gegen alle anderen Ziele, ab- hängig von der Kampfentfernung. Mittelkaliberintegration in Waffensysteme Rheinmetalls Mittelkaliber-Maschinenkanonen lassen sich in eine Vielzahl von Fahrzeugen integrieren. So zeigte das wehrtechnische Systemhaus in Zusammen- arbeit mit seinem Partner Otokar auf der IDEF 2011 ein 8x8-Fahrzeug mit einer 30mm MK30-2 ABM. Auf der Eurosatory 2012 stellte GDELS-Mowag einen PIRANHA V mit LANCE-Turm und ebenfalls einer 30mm MK30-2ABM aus. Gemeinsam mit BAE Hägglunds finden Untersuchungen statt, wie sich die Maschinenkanone WOTAN 30 im Schützenpanzer CV90 integrieren lässt. Das gemeinsam mit Krauss- Maffei Wegmann entwickelte Gepanzerte Transportkraftfahrzeug GTK BOXER lässt sich aufgrund seiner Modularität beispielsweise als Schützenpanzer oder Flugabwehrkanonenwagen konfigurieren und könnte dann entsprechende Mittelkaliberkanonen als Hauptbewaffnung tragen. Eine Variante des BOXER mit integriertem LANCE-Turm – dem derzeit modernsten bemannten Mittelkaliberturm – absolvierte kürzlich in Rheinmetalls Erprobungszentrum Unterlüss erste Tests erfolgreich. Rheinmetall steht darüber hinaus weiteren Koopera- tionen mit Industrieunternehmen weltweit offen gegenüber. Autor: Jürgen K.G. Rosenthal Rheinmetalls AHEAD-Technologie bietet vor allem eine überlegene Alternative zur Bekämpfung von kleinen, schnell fliegenden Zielen, wie Raketen, Artilleriegeschossen oder Mörsermunition (C-RAM). Bei diesem modernen Flugkörper- Abwehrsystem wird jeder einzelne Geschosszeitzünder beim Verlassen des Rohres entsprechend der Distanz zum Treffpunkt und der Anfangsgeschwindigkeit individuell so programmiert, dass das AHEAD-Geschoss kurz vor dem anfliegenden Ziel Wolfram-Subprojektile schrotartig ausstößt. Die vernichtende Wolke von Projektilen fliegt auf das anfliegende Ziel zu und ermöglicht durch die hohe kinetische Energie der drallstabilisierten Wolframzylinder eine Bekämpfung mit bisher nicht gekannter Zerstörungswahrscheinlichkeit. Der neue, bereits in mehreren Ländern im Einsatz befindliche Standard für alle 35-mm-Feuereinheiten ist unempfindlich gegen elektronische Störmaßnahmen. Selbstverständlich umfasst Rheinmetalls umfangreiche 35 x 228 mm- Munitionspalette auch viele weitere Patronensorten für Flugabwehrzwecke. Effektoren für Fernlenkbare Waffenstationen Rheinmetall stellte auf seinem Medium Calibre Day 2012 am 26. Juni 2012 im EZO erstmalig einem größerem Fachpublikum die neuste Generation einer 12,7mm (.50)-Waffe vor. Beim Rheinmetall Machine Gun RMG.50 handelt es sich um eine fremdangetriebene Waffe, die sich durch mehrere Merkmale deutlich von Konkurrenzmodellen unterscheidet. Das Komplett- gewicht zur Integration in Waffenstationen beträgt unter 30kg HHK 4/2012 „Live firing“ im EZO mit MK44 Bushmaster. Foto: HHK / JRosenthal


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