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HHK-4-2012

Zur Effektivität herkömmlicher Mittelkalibermunition Wehrtechnik berücksichtigt wird. Das trägt zur höheren Wirksamkeit bei. Die einfach zu bedienende und äußerst zuverlässige MK30-2/ ABM erreicht eine eingestellte Kadenz von 200 Schuss/Minute und eine effektive Reichweite von bis zu 3.000 Metern. Sie eignet sich hervorragend zur Bekämpfung von Schützen- panzern, Kampfständen, abgesessen kämpfenden Kräften sowie Hubschraubern und Zielen im urbanen Terrain. Rheinmetall stellte jüngst bei seinem Medium Calibre Day 2012 am 26. Juni 2012 im EZO weiterhin den Prototypen seiner 30-mm-Maschinenkanone WOTAN vor. Diese fremdangetriebene Waffe kann bis zu 200 Schuss pro Minute verschießen und zeichnet sich ebenfalls durch die Airburst- Technologie aus. In Rheinmetalls LANCE-Turm erreicht sie zudem eine Rohrerhöhung von 60 Grad und lässt sich jederzeit unter Panzerschutz nachladen. Die WOTAN-MK ist voraussichtlich AHEAD-Munition – Schlüsselkomponente zur erfolgreichen Flugabwehr Air-Burst-Munition bietet Rheinmetall ebenfalls für Flug- abwehr-Anwendungen in regulären oder asymmetrischen Konflikten respektive für Heimatschutzszenarien und andere Military Operations other than War (MOOTW) an. 101 ab 2015 serienreif verfügbar. Übersicht zur PELE Munition Foto: Rheinmetall Schlüssel zum Erfolg ist das besonders konstruierte Projektil, das zwei Werkstoffe mit unterschiedlich hohen Dichten kombiniert. Daher enthält es keinen Zünder oder Explosivstoff, wirkt aber sowohl durch hohe Durchschlagsleistung, als auch durch Splitter-, Blast und Brandeffekt. PELE ist sowohl als Voll- als auch als Subkaliber erhältlich. Das alles macht PELE zu einer veritablen Mehrzweckmunition: Im „scharfen Einsatz“ eignet sie sich für Heer, Luftwaffe und Marine zum Bekämpfen mittelharter und weicher Ziele sowie für Einsätze im urbanen Umfeld. Weiterhin lässt sie sich auch für die Schießausbildung nutzen, da keine Gefahr von Blindgängern besteht. Weitere große Vorteile: PELE- Munition ist kosteneffizient und lässt sich gut handhaben und lagern. Frangible Munition (FAP) Auch Rheinmetalls Frangible Armour Piercing (FAP)-Munition im Vollkaliber zeichnet sich durch Vielseitigkeit und hohe Wirksamkeit aus. Weiterhin ist die Technologie für durchschlagsstärkere Subkalibermunition erhältlich. Diese Variante nennt sich Frangible Armour Piercing Discarding Sabot (FAPDS). Durch die FAP-Technologie fragmentiert das Geschoss beim Auftreffen auf weiche oder harte Ziele. Das Projektil wirkt daher einerseits durch seine Durchschlagsleistung, andererseits durch Splitterentwicklung. Ein weiterer Vorteil ist, dass die Munition mit ihren Geschossen aus einer Wolfram-Schwermetalllegierung insensitiv und kobaltfrei ist. Die FAP-Munition eignet sich damit für Luft-Luft-, Luft-Boden-, Boden-Luft- und Boden-Boden-Anwendungen. Sie wirkt weiterhin effektiv gegen harte, mittelharte und weiche Ziele und kann auch im urbanen Umfeld erfolgreich eingesetzt werden. Im Vergleich zu herkömmlicher HE-Munition ist FAP und FAPDS-Munition deutlich vielseitiger und wirksamer. Für moderne Kampfflugzeuge bietet sich daher die 25 x 137mm FAP-Munition als Effektor an. Für den neuen US-amerikanischen Joint Strike Fighter F-35 befindet sich derzeit Rheinmetalls FAP in der Abschlusserprobung. Auch alte HE-Munition in den Kalibern 20 x 102mm ließe sich durch FAPTechnologie ersetzen. Hinsichtlich des Kalibers 25 x 137mm könnten modernere FAPDS und APFSDSGeschosse alte HE und AP ablösen – wenn man nicht gleich auf die noch wirksamere 30 x 173mm- Munition umschwenken will. Air Burst Technologie für Schützenpanzer Im Vergleich zu bisher genutzten 20-mm oder 25-mm-Maschinenkanonen erreicht die Mittelkaliber- munition 30 x 173mm nicht nur größere Reichweiten und bessere Wirkung im Ziel. Ihr großer Vorteil gegen- über den kleineren Kalibern liegt darin, dass sie sich darüber hinaus mit einem programmierbaren Zünder versehen lässt, ohne an Wirkung einzubüßen. So rückt die Bundeswehr von dem bisher im Schützen- panzer MARDER genutzten Kaliber 20 x 139mm ab und beschafft für ihren neuen Schützenpanzer PUMA Rheinmetalls Maschinenkanone MK30-2/ ABM (Air Burst Munition) als Hauptwaffe. Jedes Geschoss der ebenfalls von Rheinmetall gelieferten 30 x 173mm Air Burst Munition wird erst beim Verlassen des Rohres an der Mündung programmiert. Im Gegensatz zur Programmierung bei der Zuführung der Munition bietet das den Vorteil, dass die genaue Anfangsgeschwindigkeit des jeweiligen Geschosses ermittelt wird und diese bei der Programmierung des Luftsprengpunktes HHK 4/2012 Wirkungsprinzip bei der AHEAD-Munition. Grafik: Rheinmetall


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