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HHK-4-2012

Zivil-militärische Katastrophenschutzübung TERREX 2012 Streitkräftebasis Soldaten und Helfer der THW koordinieren gemeinsam den Einsatz des Bergepanzers. 47 Angehörige der trinationalen zivil-militärischen Steuergruppe im Lagezentrum München. Der Katastrophe den Kampf angesagt: TERREX 2012 Übung war zugleich Höhepunkt und Abschluss zur Außerdienststellung des Wehrbereichskommandos IV Ein Beitrag von Generalmajor Gert Wessels, Befehlshaber im Wehrbereich IV - Süddeutschland „Hilfe kennt keine Grenzen“. Unter diesem Motto stand im Zeitraum vom 22. bis 24. Mai 2012 für mehr als 2.500 Soldaten und 2.000 zivile Hilfskräfte aus Deutschland, Österreich und der Schweiz die trinationale, zivil-militärische Katastrophenschutzübung TERREX 2012. Ohne Zweifel war die Übung TERREX 2012 die Abschiedsvorstellung des Ende März nächsten Jahres bereits aufgelösten Wehrbereichs- kommandos IV – Süddeutschland (WBK IV). Diese Übung war zugleich Höhepunkt und Abschluss einer seit 2007 bestehenden Übungsserie des Kommandos, die 2009 mit dem Gedanken von Trinationalität beim Katastrophenschutz richtig „Drive“ aufgenommen hat. Erstmals wurden in diesem Jahr theoretische Verfahren zur grenzüberschreitenden zivil-militärischen Katastrophenhilfe auch praktisch umgesetzt. Ausgangspunkt war die Feststellung, dass der grenzüberschreitende Hilfseinsatz auf ziviler Seite seit Jahren schon geregelt ist und auch unbürokratisch praktiziert wird. Die Grundlagen und Verfahren für den Einsatz militärischer Fähigkeiten war zunächst zu klären und zwischen den Nationen erstmalig zu beüben. niederschlagsreichen Unwetterfronten. Dies war auch durch die Fülle der Szenarien eine echte Herausforderung für die trinationale Zusammenarbeit zwischen den zivilen und militärischen Hilfskräften dies- und jenseits der Grenzen. Mehr als 20 zivile und militärische Krisen- stäbe in Baden-Württemberg und Bayern waren auf deutscher Seite zeitgleich aktiv. Damit wurde das dezentrale Übungskonzept im WBK IV fortgeschrieben mit dem Ziel, die militärischen Verbindungskommandos dort zu beüben, wo sie im Katastrophenfall auch zum Einsatz kämen. Die unterschiedlichen Hilfeersuchen der beteiligten drei Regierungsbezirke und acht Landkreise bzw. kreisfreien Städte wurden durch die dortigen militärischen Vertreter, den Bezirks- und Kreisverbindungskommandos, über die Landes- kommandos Bayern und Baden-Württem- berg in das Münchner Lagezentrum weitergeleitet. War eine subsidiäre Hilfeleistung durch die deutschen Streitkräfte nicht möglich, wurden die trinationalen Verbindungskommandos, die militärischen Vertreter aus Österreich und der Schweiz im Münchner Lage- zentrum, um grenzüberschreitende Hilfeleistung gebeten. Beispielsweise überquerte in Brannenburg, im Landkreis Rosenheim, schweres ziviles Rettungsgerät der Österreicher den Inn mit Hilfe der amphibischen Schwimmschnellbrücke der Bundeswehr, verlegt durch die unterstützenden Pioniere aus Minden. Auch der Bayerische Innenminister Joachim Herrmann verschaffte sich vor Ort ein Bild. Den anwesenden Journalisten TERREX, die Fünfte! – hieß es mittler- weile für mich als Befehlshaber im Wehrbereich IV - Süddeutschland. Rückschließend bin ich sehr beeindruckt von dem stetigen Anwachsen der Quantität und der Qualität der Übungsserie, deren Höhepunkt 2012 mit dem realen Übungstag an den Schauplätzen, den so genannten „Hot Spots“, im süddeutschen Raum von zivilen und militärischen Kräften – gemeinsam und trinational – hervor- ragend bewältigt und erreicht wurde. Unser „Drehbuch“ beschrieb unterschied- liche Szenarien in drei grenznahen Übungs- regionen: Füssen/Reutte, Brannenburg/ Fischbach/Kufstein und Konstanz. Hilfeleistungen bei einem simulierten Erdbeben waren durch die Ereignisse in Norditalien und die Gewitter-Konstellationen im Mai 2012, nicht nur geografisch, sondern auch emotional für die Übungsteilnehmer sehr nahe. Im Rahmen der Übungsdramaturgie wurde diese Situa- tion erschwert durch fiktive großflächige Überschwemmungen in Flüssen, Bächen und dem Bodensee, hervorgerufen durch die aufgrund hoher Frühjahrstempe- raturen starke Schneeschmelze und Rettung eines Ertrinkenden aus der Luft durch einen Bundeswehr- hubschrauber. HHK 4/2012


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