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HHK-4-2012

Streitkräftebasis Wetterbeobachtung und Wetterberatung im ISAF-Einsatz in Afghanistan 44 Daten nur sehr wenig oder gar nichts aus. Zusätzlich handelt es sich bei dem Wettersatelliten über Afghanistan um den METEOSAT 7, eine ältere Genera- tion von Satelliten, welche nicht über die gleiche zeitliche und räumliche Auflösung verfügen wie über Europa. Das Fehlen von aktuellen Niederschlagsdaten macht sich vor allem bei der Beratung des HERON bemerkbar. Besonders bei winterlichen oder vereisungsträchtigen Wetterlagen mit entsprechenden Niederschlägen und/oder Wolkenunter- grenzen hat sich mehrfach gezeigt, dass die Effekte zwar ähnlich wie in Deutschland sind, die speziellen klimatischen Bedingungen des Einsatzlandes aufgrund der geringen Beobachtungsdichte doch nur sehr ungenau erfasst und berücksichtigt werden. Hier fehlt es sowohl den Beratern als auch den Luftfahrzeugführern des HERON noch an Erfahrung. Zusammenfassend kann festgestellt werden, dass sich die Wetterberatung in MES deutlich von der gewohnten Arbeit in Deutschland unterscheidet. Nirgendwo im Inland gibt es zeitgleich so viele verschiedene Luftfahrzeug- muster sowie andere Bedarfsträger zu beraten und dies in Verbindung mit schwierigen Wetterlagen und unzu- reichenden Beobachtungsdaten. Aufgaben des Wetterbeobachters und Besonderheiten in der Beobachtung Das Aufgabenfeld des Geoinforma- tions- und Beobachtungsfeldwebels (GeoInfoBeoFw) als Teil der Flugbetriebsstaffel Mazar-e Sharif umfasst im Wesentlichen die Wetterbeobachtung als Beitrag zur Flugsicherung am Flugplatz MES. Die Tätigkeit des Wetterbeobachters wird im Wechselschichtdienst 24/7 von derzeit vier Portepeeunter- offizieren wahrgenommen. Neben der Beobachtung führt der diensthabende Wetterbeobachter täglich mindestens einen aerologischen Radiosondenaufstieg durch. Des Weiteren unterstützt der GeoInfo- BeoFw den Wetterberater bei der Erstellung von Beratungsprodukten sowie deren routinemäßigen Verbreitung und Versendung an die unterschiedlichsten Bedarfsträger sowohl in Afghanistan als auch in Deutschland Darüber hinaus ist immer ein Soldat für Nachschub, Wartung und Erhaltung des umfangreichen Materials verantwortlich. Wachdienste zur Absicherung des Feldlagers führen auch in dieser Dienstgradgruppe zu zusätzlichen Be- lastungen, welche es im Dienstplan zu berücksichtigen gilt. Nachfolgend werden einige meteorologische Phänomene und Witterungsverläufe beschrieben, Während es im Norden Afghanistans mittlerweile zwei Radiosondenstationen gibt (MES und Kunduz), liegt die nächste im Vorfeld zu MES ganze 670 Kilometer weiter westlich im Norden des Irans. In Europa können solche Defizite im Beobachtungsnetz oftmals mittels Radardaten ausgeglichen werden. Ein Niederschlagsradar steht in Afghanistan jedoch leider momentan noch nicht zur Verfügung. Somit bleiben dem Berater lediglich Satelliten- und Modelldaten zur Interpretation der Niederschlagssituation. Satellitendaten liefern jedoch lediglich Auskunft über das Vorankommen von Wolken und deren Obergrenzen. Über tatsächlich auftretende Niederschläge sagen diese Aerologiecontainer und gleichzeitig Arbeitsplatz des Wetterbeobachters im Camp Marmal. Foto: Bundeswehr/Hüller Instandsetzung des Regenmessers. Foto: Bundeswehr/Hüller HHK 4/2012


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