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HHK-4-2012

Streitkräftebasis Wetterbeobachtung und Wetterberatung im ISAF-Einsatz in Afghanistan Wetterbeobachtung und Wetterberatung im ISAF-Einsatz in Afghanistan „Kennst du deinen Gegner, kennst du dich selbst, dein Sieg ist zwangsläufig. Kennst du das Gelände, kennst du das Wetter und der Sieg ist vollendet!“ Sun Tsu, chinesischer General, Militärstratege und Philosoph, „Die Kunst des Krieges.“ um 500 v. Chr. Seit nunmehr fast zehn Jahren kämpft die Bundeswehr am Hindukusch in Afghanistan. Von Anfang an dabei: die Wetterbeobachter und Wetterberater des Geoinformationsdienstes der Bundeswehr – Kompetenzbereich der Streitkräftebasis 42 – zu Beginn in Kabul und Termez, ab 2005 in Mazar-e Sharif (MES) im Norden Afghanistans. Neben dem taktischen und operationellen Flugbetrieb wurden im vergangenen Jahr allein im Bereich des Regional Command North (RCN) rund 2.500 Personen und 10.000 Tonnen Material pro Monat per Lufttransport bewegt. Das Einsatzgeschwader Mazar-e Sharif (EG MES) bewältigte dabei rund 60 Prozent der von der NATO geleisteten Lufttransporte. Der Flughafen MES verzeichnete 2010 mit über 55.000 Flugbewegungen ein ähnliches Verkehrsaufkommen wie der Flughafen Bremen. (AGeoBw) gestellt wird und bei Personalengpässen unterstützen zusätzlich Heer und Marine. Die wichtigsten Bedarfsträger der Wetterberatung sind: – Alle fliegenden Einheiten, sowohl ISAF als auch Non-ISAF; Hubschrauber wie zum Beispiel deutsche CH-53, UH 60 BlackHawk MedEvac (Medical Evacuation) der US Army, SUPERPUMA MedEvac der RSAF (Royal Swedish Air Force), MI-8 für den Ausbildungs- flugbetrieb der Afghan National Army (ANA) – Unmanned Aircraft Systems (UAS) – HERON, LUNA, ALADIN, KZO, schwedi- sche UAS – Transportflugzeuge: C-160 TRANSALL (Transport und MedEvac), C-130 der RSAF u.a. – F-16 Kampfjets der Königlich Nieder- ländischen Luftwaffe – Das Überwachungsflugzeug AWACS mit internationaler Besatzung – Stab RC-North mit COM RC-North und J2 Chief Geo – Intelligence Cell – Feldjägerkräfte – Objektschutzkräfte – Special Forces u.a. Da für jede Flugbewegung eine Wetter- beratung gefordert ist, zeigen diese Zahlen den immensen Bedarf an Wetter- informationen und die Bedeutung der Wetterberatung vor Ort, vor allem hinsichtlich der lokalen Besonder- heiten: Im Winter beeinflussen im sonst trockenen Afghanistan verbreitet Niederschläge und tiefe Bewölkung den Flugverkehr, wohingegen im Sommerhalbjahr Temperaturen jenseits der 40° Celsius-Marke zu Beeinträchtigungen der Leistungsfähigkeit von Luftfahrzeugen und Personal führen. Darüber hinaus kommt es in den meisten Monaten des Jahres immer wieder zu Einschränkungen durch Staub und Sand. Daher ist eine ununterbrochene bedarfsgerechte und bedarfsorientierte Wetterberatung notwendig. Sie dient der Operationsführung als wichtiges Hilfsmittel bei Vorbereitung, Planung und Einsatz der vor Ort stationierten fliegenden Waffensysteme. Die GeoInfo-Beratungsstelle in MES ist im 24/7 Schichtdienst rund um die Uhr 365 Tage im Jahr besetzt. Dazu steht folgendes Personal zur Verfügung: in den Wintermonaten (November bis März) vier, ansonsten drei Offiziere beziehungsweise Stabsoffiziere als Wetterberater inklusive Teileinheitsführer und vier Portepeeunteroffiziere als Wetterbeobachter und gleichzeitig Aerologiefeldwebel. Truppensteller ist die Luftwaffe. Wobei ein ausgebildeter Aerologiefeldwebel vom Amt für Geoinformationswesen der Bundeswehr TRANSALL in Mazar-e- Sharif. Foto: Pressestelle Mazar-e Sharif HHK 4/2012


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