Page 12

HHK-4-2012

Bundeswehr Verbund Nachrichtengewinnung und Aufklärung Ziel- und Wirkungsanalyse als Nationale Teilhabe am Joint Targeting Process der NATO/EU und ermöglicht ebenso die Teilhabe an den Prozessen effektbasierter 12 Operationsführung (Effects Based Approach to Operations-EBAO). Zielsetzung des Verbundes NG&A Eine zur Auftragserfüllung eingesetzte Datenverarbeitungstechnik kann mittels Gewinnung von Informationen, deren weitere Verarbeitung und bedarfsorientierte Aufbereitung von Erkenntnissen substanziell das Erreichen und Erhalten eigener Informations- und Wissensüber- legenheit unterstützen. Wissen muss dabei so verarbeitet und verfügbar gemacht werden, dass es dessen Komplexität ange- messen reduziert und handhabbar macht, um so zu besseren und schnelleren Entscheidungen zu gelangen. Der Verbund NG&A soll als Unter- stützungsleister der Arbeitsprozesse im militärischen Nachrichtenwesen im Endausbau folgende Funktionalitäten anbieten: – das systematische Erfassen des Infor- mationsbedarfs und der Informa- tionsaustauschforderungen aller an das Führungssystem eines gegebenen- falls multinationalen Gefechtsstands angeschlossenen operativen Abtei- lungen eines Einsatzstabes für den lageangepassten, koordinierten, ziel- gerichteten und ebenengerechten Einsatz von Kräften und Mitteln des Systems MilNW (Analyse-/Planungs- tool), – das systematische Erschließen aller bereits verfügbaren Informationen, Nachrichten und Erkenntnisse für die lageangepasste, koordinierte, zielge- richtete und ebenengerechte Deckung des Informationsbedarfs unter Rück- griff auf das gesamte Wissen des MilNW, – das systematische Erfassen aller ver- fügbaren Kräfte und Mittel der NG&A im Einsatz für deren lageangepasste, koordinierte und zielgerichtete Be- auftragung (Analyse-/ Planungstool), – das lageorientierte und ebenenge- rechte Verdichten (Zusammenführung, Auswertung, Analyse) der durch die NG&A gewonnenen Ergebnisse zu Er- kenntnissen, deren Dokumentation und Speicherung sowie Lieferung (push) an die Bedarfsträger, – das bedarfs- und ebenengerechte Einrichten eines kontrollierten Zu- gangs (pull) der Nutzer zu benötigten Informationen, Nachrichten und Er- kenntnissen aus dem Gesamtbestand des MilNW, – das Aufbauen und Pflegen eines Wissensmanagements für den Infor- mationsraum MilNW einschließlich der Koordination der dafür erforder- lichen Arbeitsprozesse. (Anmerkung: Als Push-Prinzip werden Methoden bezeichnet, bei denen der Informationsfluss vom Sender gesteuert wird und der Kommunikationsfluss primär in einer Richtung (unidirektional) vom Sender zum Empfänger verläuft. Als Pull-Prinzip verläuft der Kommuni- kationsfluss vom Empfänger zum Sender, das heißt der Empfänger muss diesen Prozess aktiv anstoßen.) Damit werden jene Informationen in einem zeitlichen, thematischen und räum- lichen Kontext zusammengeführt und fusioniert, die eine ganzheitliche Bewertung aller relevanten Fakten in einer umfassenden militärischen Nachrichtenlage effektiv ermöglichen, und letztlich den Erfordernissen der vernetzten Operationsführung gerecht werden. Die Arbeitsprozesse und die technische Ausgestaltung sollen mit anderen Informationssystemen abgestimmt beziehungsweise interoperabel sein. Diese operative, technische und prozedurale Kompatibilität ist sowohl innerhalb des IT-SysBw als auch auf anderen Plattformen im Rahmen von Bündnissen und mit Partnern herzustellen. Informationsdichte, -genauigkeit, -zuverlässigkeit und -aktualität leiten sich aus dem lageabhängigen Informationsbedarf der Entscheidungsträger auf den jeweiligen Führungsebenen ab und bedürfen einer entsprechend angepassten Erneuerungsrate. Die Anforderungen an den Verbund NG&A müssen sich vor allem an der Vorbereitung und insbeson- dere der Durchführung von Einsätzen orientieren. Dies beinhaltet auch den Einsatz in der Bewegung. Vorgehensweise im Rahmen von F&T Im Rahmen von Forschungs- und Technologie (F&T) -Maßnahmen der Stufe 2 wurde ein Systemdemonstrator aufge- baut, der als Experimentalplattform dient. – bestehend aus einer an verschiedenen Standorten installierten Systemumgebung und einer Referenzumgebung. Die Nutzer dieser Experimentalversion des zukünftigen „Verbundes NG&A“ erhalten dadurch fortdauernd die Möglichkeit, ihr Fachwissen und ihre Expertise in aktuelle Entwicklungsstände und Forschungsfelder einzubringen. Mitte 2011 wurde der Systemdemonstrator in die „Systemumgebung F&T Stufe 3 - Anteil 2011“ überführt. Gerade in dieser Phase ist eine besonders enge und koordinierte Zusammenarbeit zwischen Industrie, öffentlichem Auftraggeber (BWB) und den militärischen Nutzern von entscheidender Bedeutung. Um das gemeinsame Ziel der Realisierung eines Verbundes NG&A höchst nutzer- und einsatzorientiert und so kosteneffizient wie möglich zu erreichen, wurde in den Streitkräften Die Grobstruktur des militärischen Nachrichtenwesens. HHK 4/2012


HHK-4-2012
To see the actual publication please follow the link above