Sicherstellung der Souveränität des Luftraums über den baltischen Staaten![]()
„Scramble Mission“ mit dem Waffensystem EUROFIGHTER des JG. Foto: PIZ Luftwaffe / Geoffrey Lee
Der gemeinsame Schutz des NATO-Territoriums – und damit auch der gemeinsame Auftrag zur Sicherstellung der Unversehrtheit des NATO-Luftraums – ist eine der Kernaufgaben der NATO-Vertragsstaaten. Aufgrund ihrer inhärenten Eigenschaften wie Geschwindigkeit, Reichweite, Flexibilität und Schwerpunktbildung sind fliegende Waffensysteme, auch aufgrund ihrer Fähigkeit zur abgestuft-eskalatorischen Wirkung, zum Schutz des Luftraums prädestiniert. Mit dem Beitritt von sieben neuen Mitgliedsländern zur NATO im April 2004 wurde das System der integrierten NATO Luftverteidigung (NATO Integrated Air Defense System, NATINADS) um den Luftraum dieser Länder erweitert. Dabei hatten die neuen NATO-Mitglieder Rumänien, Bulgarien und die Slowakei bereits eigene Luftverteidigungskräfte, die sie der NATO als NATO Command Forces schon im Frieden unterstellten, um die Luftraumüberwachung zur Wahrung der Integrität und zum Schutz des Luftraums (Air Policing) mit NATO-Alarmrotten sicherstellen zu können. Die neuen NATO-Mitglieder Slowenien sowie die drei baltischen Staaten Estland, Lettland und Litauen verfügen jedoch nicht über eigene Luftverteidigungskräfte. Die baltischen Luftstreitkräfte verfügen nur über einige wenige fliegende Systeme, von denen Litauen den größten Anteil stellt. Die baltischen Fähigkeiten begrenzen sich hauptsächlich auf den Lufttransport.
In Deutschland sind von Beginn an zwei NATO-Alarmrotten (Quick Reaction Alert (Interceptor), QRA-I bereitgehalten, die permanent der Kommandostruktur der NATO in einem vorgegebenen Bereitschaftsstatus unterstellt sind. Eine Alarmrotte wird im Jagdgeschwader 71 „Richthofen“ in Wittmund in Ostfriesland mit dem Waffensystem F-4F PHANTOM und eine Alarmrotte im Jagdgeschwader 74 in Neuburg an der Donau mit dem Waffensystem EUROFIGHTER gestellt.