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Luftwaffe

Entsteht für Europa eine neue Bedrohungssituation?

PATRIOT-Startgerät der Luftwaffe während einer Luftverteidigungsübung. Foto: HHK / Archiv
PATRIOT-Startgerät der Luftwaffe während einer Luftverteidigungsübung.
Foto: HHK / Archiv


Sachstand zur operationellen Umsetzung von Missile Defence


Im Februar 2010 veröffentlichte das US-Verteidigungsministerium den Bericht zum
Ballistic Missile Defense Review (BMDR). Der BMDR bestätigt die Betrachtungen
und Einlassungen der Obama Administration vom September 2009 hinsichtlich
einer Revision der Umsetzung von Missile Defence (Flugkörperabwehr) in Europa.
Begründet wurde dieser Schritt vor allem mit einer Neubewertung der iranischen
Raketenbedrohung. Kernaussage dieser neuen Analyse ist einerseits die so nicht
erwartete Fähigkeit des Iran, mehrstufige feststoffgetriebene Mittelstreckenraketen
des Typs SAJIL-2 auf hohem technischen Niveau eigenständig zu entwickeln
und andererseits die Annahme, dass der Iran in Zukunft sein Kurz- und
Mittelstreckenraketenarsenal quantitativ und qualitativ signifikant ausbauen
wird. Die Bedrohung der USA durch Interkontinentalraketen wird als derzeit nicht
absehbar bewertet.
Für die Staaten Europas entsteht, der Analyse des BMDR folgend, eine neue
Bedrohungssituation.

Bundeswehr – größter Einzelaussteller auf der ILA 2010

bild1

Auch in diesem Jahr wird der Auftritt der Bundeswehr in einem eigenen Areal des
Freigeländes vertreten sein. Luftwaffe, HEER und Marine präsentieren insgesamt
etwa 70 Flugzeuge, Helikopter und Unbemannte Flugsysteme (AUS).
Im ILA HeliCenter präsentiert sich mit der Helicopter Training Alliance der partnerschaftliche Verbund der Heeresflieger mit den Industriepartnern CAE Elektronik GmbH, Eurocopter Deutschland GmbH, Helicopter Flight Training Service GmbH, Rheinmetall Defence Electronics GmbH, Thales Deutschland und benntec Systemtechnik GmbH in der gemeinsamen Ausbildung von Technikern und fliegendem Personal. Die Bundespolizei stellt in derselben Halle Polizeihubschrauber sowie industrielle Ausrüstungspartner aus und zeigt ihr umfangreiches Missionsspektrum.
Wie in den Jahren zuvor, betreibt die Polizei eine aktive Nachwuchswerbung.
Die Bundeswehr ist im ILA CareerCenter zur Nachwuchswerbung vertreten und
unterhält den mit Abstand größten Stand.

NATO Air Policing Baltikum 2009

Sicherstellung der Souveränität des Luftraums über den baltischen Staaten

„Scramble Mission“ mit dem Waffensystem EUROFIGHTER des JG. Foto: PIZ Luftwaffe / Geoffrey Lee
„Scramble Mission“ mit dem Waffensystem EUROFIGHTER des JG. Foto: PIZ Luftwaffe / Geoffrey Lee


Der gemeinsame Schutz des NATO-Territoriums – und damit auch der gemeinsame Auftrag zur Sicherstellung der Unversehrtheit des NATO-Luftraums – ist eine der Kernaufgaben der NATO-Vertragsstaaten. Aufgrund ihrer inhärenten Eigenschaften wie Geschwindigkeit, Reichweite, Flexibilität und Schwerpunktbildung sind fliegende Waffensysteme, auch aufgrund ihrer Fähigkeit zur abgestuft-eskalatorischen Wirkung, zum Schutz des Luftraums prädestiniert. Mit dem Beitritt von sieben neuen Mitgliedsländern zur NATO im April 2004 wurde das System der integrierten NATO Luftverteidigung (NATO Integrated Air Defense System, NATINADS) um den Luftraum dieser Länder erweitert. Dabei hatten die neuen NATO-Mitglieder Rumänien, Bulgarien und die Slowakei bereits eigene Luftverteidigungskräfte, die sie der NATO als NATO Command Forces schon im Frieden unterstellten, um die Luftraumüberwachung zur Wahrung der Integrität und zum Schutz des Luftraums (Air Policing) mit NATO-Alarmrotten sicherstellen zu können. Die neuen NATO-Mitglieder Slowenien sowie die drei baltischen Staaten Estland, Lettland und Litauen verfügen jedoch nicht über eigene Luftverteidigungskräfte. Die baltischen Luftstreitkräfte verfügen nur über einige wenige fliegende Systeme, von denen Litauen den größten Anteil stellt. Die baltischen Fähigkeiten begrenzen sich hauptsächlich auf den Lufttransport.
In Deutschland sind von Beginn an zwei NATO-Alarmrotten (Quick Reaction Alert (Interceptor), QRA-I bereitgehalten, die permanent der Kommandostruktur der NATO in einem vorgegebenen Bereitschaftsstatus unterstellt sind. Eine Alarmrotte wird im Jagdgeschwader 71 „Richthofen“ in Wittmund in Ostfriesland mit dem Waffensystem F-4F PHANTOM und eine Alarmrotte im Jagdgeschwader 74 in Neuburg an der Donau mit dem Waffensystem EUROFIGHTER gestellt.

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