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Ziel- und Wirkungsanalyse ist eine militärische Aufgabe

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Geografische Informationssysteme (GIS) zur Unterstützung
des Targeting



Die Bundeswehr befindet sich weltweit im Einsatz. Die Bedrohungssituation ist
insbesondere in Afghanistan als hoch einzustufen. Vor Ort eingesetzte militärische
Kräfte agieren in Umständen und Grenzen, die es erfordern, für eine bewaffnete
Auseinandersetzung vorbereitet zu sein, um den gegebenen politischen Auftrag
durchsetzen zu können.
Das Einsatzführungskommando der Bundeswehr leistet dabei mit der Ziel- und
Wirkungsanalyse einen wichtigen Beitrag zur Zielbearbeitung und Bekämpfung.

Notwendige Aufgabe im Einsatz

Die Zielbearbeitung (Targeting) ist eine militärische Aufgabe im Einsatzgebiet.
Ziele werden langfristig erfasst und beschrieben. Detaillierte und aktuelle Informationen werden zusammengetragen und bewertet. Zu jedem potenziellen
Ziel wird eine so genannte Zielmappe (Target Folder) erstellt. Diese Informationen ermöglichen das unumgängliche Abwägen von Wirkung und Schaden. Sie bieten die bestmögliche Grundlage für den präzisen Einsatz militärischer Wirkmittel, wenn es gilt, eigene Soldaten zu schützen und Bedrohungen abzuwenden.

Dies ist eine streitkräftegemeinsame Aufgabe. Land-, Luft- und Seeziele werden
gemeinsam erfasst, beschrieben und sorgfältig abgewogen.

Beschreibung des Zieles im GIS
Beschreibung des Zieles im GIS

IT-Unterstützung

IT-Systeme unterstützen den Targeting- Prozess. Softwareprodukte bieten Funktionalitäten, um alle wichtigen Daten und Erkenntnisse zu potenziellen Zielen bereitzustellen. Darüber hinaus stellt die IT-Infrastruktur die zeitgerechte Übertragung dieser Informationen von der Erfassung bis zur Nutzung sicher.

Erkennen und Beschreiben von Zielen

Über das Einsatzgebiet liegen vielfältige Informationen vor. Basierend auf qualitätsgesichertem Kartenmaterial ergänzen Satellitenbilder und Luftbilder die detailgetreue Abbildung der Geografie und der Infrastruktur. Das geografische Informationssystem (GIS) der Firma ESRI wird eingesetzt, um im IT-System der Bundeswehr die geografische Abbildung des Einsatzgebietes umzusetzen. Geografische und meteorologische Daten für Land, Luft und See werden zu einer ganzheitlichen Darstellung fusioniert. Derart wird eine solide Grundlage für alle weiteren Schritte des streitkräftegemeinsamen Targeting-Prozesses geschaffen.
Die Aufklärung und Auswertung liefern eine erste Auflistung aller potenziellen Ziele. Diese wird ständig ergänzt und überprüft. Streitkräftegemeinsam werden alle Ziele in der so genannten gemeinsamen Zielliste/Joint Targeting List (JTL) geführt. Sie werden bewertet und eingestuft. Die GIS-Software der Firma ESRI wird eingesetzt,
um eine übersichtliche Darstellung der JTL umzusetzen. Dabei werden alle
Ziele über deren Koordinaten geografisch im Einsatzgebiet dargestellt. Die
GIS-Software setzt eine zweckmäßige Symbolisierung um, sodass Ort und Einstufung intuitiv nutzbar herausgestellt werden. Die GIS-Darstellung der JTL
bietet für alle Streitkräfte eine geeignete Informationsquelle. Diese ist für alle Streitkräfte einsetzbar und international austauschbar.

Target-Informationen im GIS des Führungssystems
Target-Informationen im GIS des Führungssystems

Comprehensive Approach im GIS
Comprehensive Approach im GIS

Erstellung des Target Folder

Zur detailgetreuen Darstellung der Ziele kommen mehrere Datenquellen in Betracht. Zunächst ist es entscheidend, das Ziel zu beschreiben. Eine Planzeichnung oder ein Foto, ergänzt durch eine ausführliche Beschreibung, eignen sich dazu. Um die Wirkung und den Schaden im Falle einer Bekämpfung des Zieles abwägen zu können, sind darüber hinaus eine Konstruktionszeichnung oder eine CAD (Computer-Aided Design)-Konstruktion erforderlich. Die GIS-Software der Firma ESRI unterstützt die sofortige Nutzung aller genannten Quellen. Damit wird dem Zielbearbeiter ein wirkungsvolles Mittel an die Hand gegeben, seine Aufgabe schnell und präzise auszuführen. Zusätzlich ist die unmittelbare Umgebung des Zieles zu beschreiben. Dazu werden, je nach Verfügbarkeit, Luftbilder und weitere Sensoraufnahmen eingesetzt. Sie bieten die hochaufgelöste Abbildung der Umgebung. Die eingesetzte GIS-Software bietet wiederum die Funktionalität, Sensordaten direkt einzubinden und mit der Objektbeschreibung in Bezug zu setzen. Dies schließt Luftbilder, Sensorbilder der Drohnen in standardisiertem NATO-Format und gegebenenfalls vorhandene Videoaufnahmen ein. Weitere Objekte in der unmittelbaren Umgebung werden markiert
und beschriftet. Somit entsteht eine detailgetreue Beschreibung des Zieles
und dessen Umgebung.

Sind alle Informationen zusammengefasst, erstellt der Bearbeiter den so genannten Target Folder. Dazu wird die GIS-Software verwendet,um
die gesammelten Informationen in entsprechende digitale Formate zu exportieren.
Die GIS-Software der Firma ESRI unterstützt dabei alle Formate, die in
den Teilstreitkräften verwendet werden. Das NATO Interims Transfer Format (NITF) und das georeferenzierte PDF-Dokument sind exemplarisch zu nennen. Darüber hinaus werden (halb-)automatisiert Berichte
erstellt und weitere Bilder zum Objekt exportiert. Die eingesetzte GIS-Software
unterstützt die Erstellung des Target Folder effizient und stellt die technische Interoperabilität zu allen Führungssystemen der Teilstreitkräfte sicher. Für den Prozess des Targeting bietet GIS eine geeignete Softwareumgebung.

Unterstützung des Führungsprozesses

Das Targeting kann nicht isoliert betrachtet werden. Es liefert einen Beitrag
für den Führungsprozess. Die möglichst medienbruchfreie Versorgung mit Ergebnissen und die unmittelbare Verfügbarkeit dieser Informationen für den
militärischen Entscheidungsträger sind sicherzustellen. Diese Aufgabe ist für
die vernetzte Umgebung der Teilstreitkräfte und deren Führungssysteme nur
mit IT-Systemen und geeigneter Software durchführbar. Im Führungsinformationssystem der Streitkräfte und der Luftwaffe werden bereits die Softwareprodukte der Firma ESRI eingesetzt. Streitkräftegemeinsame Informationen werden auf dieser Basis jedem militärischen Bedarfsträger zur Verfügung gestellt. Die für alle Aufgaben zweckmäßige Einsetzbarkeit der GIS-Software erlaubt es darüber hinaus, die Ergebnisse des Targeting mit weiteren führungsrelevanten Informationen in Bezug zu setzen. Realistisches
Targeting ist ohne infrastrukturelle Informationen, ohne die Kenntnis der Standorte eigener Kräfte und ohne das Wissen um die Aufenthaltsorte ziviler Organisationen nicht durchführbar. Zur wirkungsvollen Unterstützung des Führungsprozesses müssen also diese Informationen vollständig und gemeinsam eingebracht werden. Die GIS-Software bietet die dazu erforderlichen Fähigkeiten.

Anforderungen des Comprehensive Approach

Die derzeitigen Einsätze der Bundeswehr zeigen eines sehr deutlich: Es reicht nicht aus, ausschließlich militärische Informationen zu betrachten. Es kommt darauf an, auch Quellen aus anderen Organisationsbereichen zu erfassen und einzubringen. Diese Informationen werden von örtlichen Behörden, zivilen Hilfsorganisationen und internationalen Polizeikräften bereitgestellt. Sie liefern einen wertvollen Beitrag für das Lagebild und selbstverständlich auch für das Targeting. Aus den unterschiedlichen Aufgabenbereichen werden neue Aspekte hinzugefügt. Die Polizei und örtliche Vertreter bieten beispielsweise Auskunft über die Nutzung von Einrichtungen und liefern Beobachtungen vor Ort. Auch die Datenangebote privater Firmen und Dienstleister sowie Open- Source-Datenquellen sind einzubinden. Sogar die immer zahlreicher zur Verfügung stehenden VGIs (Volunteered Geographic Information) sozialer Netzwerke wie Facebook, Twitter usw. sind im Bedarfsfall integrierbar, um der Führung bestmögliche Entscheidungshilfen zu liefern. Selbstverständlich ist es erforderlich, diese Quellen zu überprüfen, aber es ist offensichtlich nicht mehr möglich, diese zu ignorieren, ohne den Anspruch auf Informationsüberlegenheit aufzugeben. Dies gilt insbesondere für das Targeting in den komplexen Situationen der heutigen Einsätze. Die GIS-Software der Firma ESRI als ITQuerschnittstechnologie bietet die Fähigkeit, auch nicht-militärische Quellen einzubeziehen.

Targeting – eine streitkräftegemeinsame Aufgabe

Targeting ist eine streitkräftegemeinsame Aufgabe. Zur detailreichen Beschreibung der Objekte, zur übersichtlichen Darstellung der Joint Target List als auch zur medienbruchfreien Versorgung des Bedarfsträgers eignet
sich die eingesetzte ESRI GIS-Software im Besonderen. Sie leistet somit einen
wirkungsvollen Beitrag zum Aufbau einer effizienten Wirkungskette.

Autor: Michael Mundt,
ESRI Deutschland GmbH
Skizzen: ESRI Deutschland GmbH
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